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Umfrage über Unwetter, Waldbrände und Co.: Fast zwei Drittel in Deutschland haben Angst vor Extremwetter

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Starkregen, Dürre, Hitzerekorde: Das Extremwetter besorgt auch die Menschen in der Bundesrepublik. Es gibt Kritik an der Bundesregierung - aber auch keine Änderungen im Reiseverhalten.

Berlin – Heftige Waldbrände in Griechenland, Italien und Portugal, Unwetterkatastrophen und Überschwemmungen in weiten Teilen von Österreich, Slowenien und Kroatien. Es vergeht kaum ein Tag mehr, da sorgen Wetter-Extreme nicht für Schlagzeilen. Bilder aus der Adria-Region glichen zuletzt einer Winterlandschaft, hierzulande kann sich jeder oder jede mit einem Blick aus dem Fenster von den Launen Petrus‘ selbst überzeugen.

Denn extreme Wetterereignisse treffen derzeit zwar primär den Süden Europas, sind aber auch in Deutschland immer häufiger. In Baden-Württemberg konnten sich die Schulkinder vor einigen Tagen mit Schneemannbauen die Sommerferien vertreiben, statt ins Freibad zu gehen. Beunruhigende Szenarios, wie sich jetzt auch anhand einer Umfrage ablesen lässt: Der Mehrheit in Deutschland bereitet das Wetter Sorgen.

Angst vor Extremwetter schon jetzt in den Köpfen vieler Menschen in Deutschland

Überschwemmungen, Tornados oder Waldbrände. Gar starke Hitze-Sommer waren schon immer bedenklich, schienen aber immer weit weg aus deutscher Sicht. Doch jüngste Ereignisse lassen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern Zweifel daran aufkommen. Auch aus Expertenkreisen keimen Vorschläge auf, wie man künftig besser mit extremen Wetterlagen umgehen könnte.

Knapp zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland (61 Prozent) beschäftigen sich jetzt bereits mit dem Thema gedanklich. Eine Umfrage durch das Meinungsforschungsinstitut Yougov hat ergeben, dass die Angst vor Ereignissen wie Fluten, Tornados, Waldbränden oder extremer Hitze in Deutschland keine Zukunftssorgen sind. 42 Prozent fürchten demnach, dass sie selbst von Extremwetterereignissen in Zukunft betroffen sein könnten. Zwei Prozent gaben demnach an, sogar schon betroffen gewesen zu sein.

Umfrage zeigt Angst vor Unwetter in Deutschland: Campact fordert „weit mehr Klimaschutz“

Über die Hälfte der Befragten (56 Prozent) sagt laut Umfrage, dass die Bundesregierung klimapolitisch zu wenig tue, um die Menschen in Deutschland vor Extremwetter zu schützen. 30 Prozent glauben, dass der Schutz ausreichend sei.

„Ob Starkregen, Dürre oder Hitzerekorde – die Klimakrise schlägt in diesem Sommer rund um den Globus so massiv zu wie noch nie und besorgt zu Recht viele Menschen“, sagte Christoph Bautz. Er ist Chef der Organisation Campact, einer Bürgerbewegung, die die Umfrage in Auftrag gegeben hatte. „Die Antwort der Regierung auf einen Sommer der Wetterextreme darf nicht weniger, sondern muss weit mehr Klimaschutz sein“, so Bautz.

Unwetter in Reutlingen - Hagel
Nach einem Unwetter sind die Straßen in der Innenstadt von Reutlingen (Baden-Württemberg) mit einer hohen Hagel-Schicht überzogen. © Schulz/SDMG/dpa

Eine ähnliche Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov, durchgeführt im Namen der Deutschen Presse-Agentur zeigt, dass fast ein Drittel der Bürgerinnen und Bürger auch eigene Konsequenzen aus den Folgen der extremen Wetterereignisse ziehen wolle. So möchten 30 Prozent der Befragten künftig seltener oder gar keinen Urlaub im Mittelmeerraum machen, um keine große Hitze oder Waldbrände zu erleben. 37 Prozent der Befragten haben hingegen nicht über Konsequenzen für sich nachgedacht.

Wälder brennen, Dörfer sind geflutet, doch der Tourismus in Europa floriert

Derzeit beobachtet die Reisebranche noch kein neues Verhalten. So sagte etwa der Präsident des Deutschen Reiseverbandes DRV, Norbert Fiebig: „Aktuell zeigt sich keine Veränderung im Buchungsverhalten aufgrund der langanhaltenden Hitzewelle im Süden Europas.“ Beliebte Reiseländer in Südeuropa ringen in diesem Sommer mit großen Hitzewellen und heftigen Waldbränden. Auf Mallorca, der deutschen Reisehochburg schlechthin, stieg das Thermometer auf weit über 40 Grad. Andere Gebiete Südeuropas erreichten sogar über 45 Grad. Derweil knackte das Thermometer in den USA die 50-Grad-Marke.

In Griechenland waren in den vergangenen Wochen zahlreiche Hektar Wald, Buschland und landwirtschaftlich genutzte Regionen von Feuern zerstört worden. Besonders schlimm hatte es nach wochenlanger Trockenheit und einer längeren Hitzewelle die Insel Rhodos und die Region um den mittelgriechischen Ort Anchialos erwischt. Die Urlauber missen möchte man in Griechenland, wo ein Großteil der eigenen Wirtschaft vom Tourismus abhängig ist, aber sicherlich nicht. Wessen Urlaub zuletzt von den verheerenden Waldbränden von jetzt auf gleich beendet wurde, darf sich kommendes Jahr auf eine kostenlose Fortsetzung freuen.

Die „schönste Zeit im Jahr“ scheint für Bürgerinnen und Bürger noch immer hohen Wert zu genießen. Wenn es darum geht, insgesamt mehr für den Klimaschutz zu tun, liegt eine Änderung des eigenen Kaufverhaltens schon eher weiter vorne bei den Befragten: So gaben 77 Prozent an, sich vorstellen zu können, mehr lokale und saisonale Produkte zu kaufen. Dahinter liegt seltener Auto zu fahren (61 Prozent) und seltener zu fliegen (56 Prozent). (dpa/rku)

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