Falscher Therapeut vor Gericht

Worms - Ein Mann, der sich als Therapeut ausgab, steht vor Gericht, weil er keine Ausbuildung hat, die ihn zu Therapiesitzungen befähigt. Ein Fall des falschen Therapeuten endete sogar tödlich.

Ein falscher Therapeut muss sich seit Mittwoch vor Gericht in Worms verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, ohne Befähigung im Internet “Verhaltenstraining und Telefoncoaching“ angeboten und sich dabei fälschlicherweise als Psychologe und Psychotherapeut ausgegeben zu haben.

Der Mann hatte ab 2003 im Internet für Therapien gegen Angst- und Zwangsstörungen geworben. Ein Elternpaar meldete daraufhin seinen Sohn an, der unter einem Waschzwang litt. In mehreren Tranchen zahlten die Eltern knapp 80.000 Euro für die Behandlung des jungen Mannes. Dessen psychische Erkrankung verschlimmerte sich hingegen. Er nahm sich schließlich an Silvester 2006 das Leben.

Vor Gericht warf der Angeklagte dem Vater des jungen Mannes vor, dieser habe Druck auf seinen Sohn ausgeübt und so dessen Krankheit verschlimmert. Der Ehefrau des Hauptangeklagten wird Beihilfe vorgeworfen. Sie soll das Geld für die Behandlungen kassiert haben. Da der Angeklagte ein amtsärztliches Attest vorlegte, wonach er aufgrund psychischer Probleme nur an Gerichtsverhandlungen an seinem Wohnort teilnehmen dürfe, wurde die Verhandlung des Amtsgericht Frankfurt am Main nach Worms verlegt.

dapd

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