Todesdrama: Nachbarn hörten Kind schreien

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Hinter dieser Tür einer Leipziger Wohnung spielte sich das tödliche Familiendrama ab

Leipzig - Dem tot neben seiner leblosen drogensüchtigen Mutter gefundenen Zweijährigen aus Leipzig hätte womöglich geholfen werden können.

Die Nachbarn hätten aus der Wohnung Schreie des Kleinen gehört, sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Da der Junge in den vergangenen Monaten immer wieder geschrien habe, hätten die Anwohner jedoch nicht die Polizei informiert.

Das Kleinkind war am vergangenen Sonntag zusammen mit seiner 26 Jahren alten Mutter leblos in einer Wohnung im Stadtteil Gohlis gefunden worden. Obwohl vorläufige Obduktionsergebnisse bei beiden einen natürlichen Tod nahe legen, beschäftigt der Fall die Staatsanwaltschaft. Hinweise auf eine Gewalttat gibt es bisher nicht. Das Kind ist wahrscheinlich Tage nach dem Tod der Mutter verdurstet.

„Wir prüfen derzeit in mehrere Richtungen, ob möglicherweise Unterlassungshandlungen vorliegen“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Ricardo Schulz, am Samstag. Derzeit lägen jedoch noch keine Anhaltspunkte dafür vor. Es sei zu klären, ob beim Jugendamt oder dem Allgemeinen Sozialdienst Versäumnisse vorliegen. Auch das Verhalten der Nachbarn werde von den Ermittlern geprüft.

Am Freitag hatte das Leipziger Jugendamt bestätigt, dass die Mutter dem Amt seit ihrem 16. Lebensjahr wegen ihrer Drogensucht bekannt war.

dpa

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