Krank, abgemagert und ohne Geld

Faraj (15) kämpft ums Überleben

+
Faraj im Rollstuhl.

Tripoli - Faraj wiegt nur noch 30 Kilo. Dem Bub geht es von Tag zu Tag schlechter. Er leidet an einem Herzfehler, hat Asthma und eine Form von Spastik.

Der Rollstuhl war seit Monaten Farajs sehnlichster Wunsch. Seit die Familie vor eineinhalb Jahren aus Syrien in den Libanon geflüchtet ist, geht’s dem Bub von Tag zu Tag schlechter. Faraj leidet an einem Herzfehler, hat Asthma und eine Form von Spastik. Im Libanon kann er nicht behandelt werden, der Familie fehlt das Geld. Ohne Therapie verkrampfen sich die Muskeln immer mehr. Seine Hände kann der 15-Jährige oft selber gar nicht mehr öffnen, seine Eltern und Geschwister massieren ihn dann, bis sich die Finger wieder langsam lösen. Nur noch 30 Kilo wiegt das Kind.

Jedes Detail seines Rollstuhls führt der 15-Jährige vor und zeigt, wie gut er schon damit rangieren kann. Dabei kommt er schnell an seine Grenzen. Überall in der Zeltsiedlung nahe Tripoli liegen Steinbrocken und Schotter. Bei Regen bleibt er im aufgeweichten Matschboden stecken. Auch im Zelt der zehnköpfigen Großfamilie ist der Boden immer wieder durchweicht. Und da soll ein krankes Kind den ganzen Tag auf dem Boden liegen?

Nofa muss ihren Sohn überall da hintragen, wo er mit dem Rollstuhl nicht alleine hinkommt.

Die Hilfsorganisation concern kümmert sich seit zwei Jahren um die Flüchtlinge in diesem Camp mit seinen 54 Familien. Unicef unterstützt die Arbeit der Helfer aus Irland seit Beginn immer wieder. So hat Faraj inzwischen einen Rollstuhl, die Siedlung bekommt einen Abwassergraben, damit nicht mehr alle der 43 Zelte bei Regen unter Wasser stehen. Die zusammengezimmerte Baracke von Farajs Familie besitzt seit Kurzem sogar einen Betonboden. Alle im Lager haben mit angepackt, damit sich der 15-Jährige wenigstens da ohne Barrieren mit seinem Rollstuhl bewegen kann.

Die Großfamilie gibt sich alle Mühe, das provisorische Zuhause so wohnlich wie möglich zu machen. Wie das eben zwischen ein paar löchrigen Planen und Holzlatten geht. Der Betonboden glänzt fast, so sauber hält in Mutter Nofa. Im Küchenbereich - ein Brett mit mit alten Plastik- und Konservendosen – ist alles der Größe nach aufgereiht. Die Lebensmittel sind gut verschlossen gegen Ungeziefer und andere Tiere aufbewahrt. Die Kleidungsstücke stapeln sich ordentlich zusammengelegt in der Ecke, auch die dünnen Matten, die nachts zum Schlafen ausgebreitet werden.

Vater Hossein (37) kann nicht arbeiten, weil er im Libanon keine Aufenthaltsgenehmigung hat. Gelegenheitsjobs nimmt er an so oft es geht, egal wie schlecht die Bezahlung ist. Für die Unterkunft muss die Familie 70 Euro im Monat bezahlen – ohne Strom und Wasser. Derzeit leben die zehn Personen von 160 Euro, die sie von der UN bekommen. „Ich schäme mich, dass ich meine Familie nicht beschützen und ernähren kann“, sagt Hossein verzweifelt. In Syrien wurde er als Mitglied der islamischen Minderheit Ismae von den IS-Terroristen verfolgt und bedroht. Sein Vater und sein Bruder mussten ihre Glaubensrichtung mit dem Leben bezahlen. Deshalb ist er mit allen Angehörigen geflohen.„Aber auch hier hat es nicht aufgehört. Wir haben auf dem Handy Anrufe bekommen. Sie haben gesagt, sie finden uns immer, egal wohin wir fliehen.“

Nachdem der Familienvater die Nummer gewechselt hat, herrscht derzeit Ruhe. Zumindest tagsüber. Denn nachts kommt die Angst zurück. Die Kinder schlafen schlecht, wachen weinend oder schreiend auf.

Dorit Caspary

Mit Ihrer Spende – und sei sie auch noch so klein – unterstützen Sie die tz-Weihnachtsaktion Bei uns daheim ist Krieg – Kinder auf der Flucht. Wir helfen vor Ort. Der Erlös geht an die Kinder im Libanon, die durch den Krieg des IS in Syrien alles verloren haben – ihr Zuhause und ihre Zukunft – und trotzdem hoffen, bald wieder in ihre Heimat zurückzukehren. Gemeinsam mit Unicef und Ihnen, liebe Leser, wollen wir diese Kinder vor allem mit ganz konkreten Bildungs- und psychologischen Betreuungsprojekten unterstützen und ihnen so ein kleines Stück Normalität und Kindheit in ihrer zerstörten Welt geben. Aber vor allem: die Hoffnung auf ein friedliches Leben daheim in Syrien.

Zum Schluss noch ein Versprechen, das die tz und Unicef seit über 25 Jahren halten: Jeder Cent, den Sie spenden, kommt bei den Kindern an. Alle Verwaltungskosten werden aus anderen Töpfen gedeckt, so übernimmt beispielsweise der Münchner Telekommunikationsdienstleister multiConnect GmbH alle Gebühren für Ihre Telefonspende.

Spenden und gewinnen!

Sie möchten per Überweisung spenden? 

Bitte geben Sie bei Ihrer Überweisung das Stichwort Helfen vor Ort an. Bei Spenden bis 200 Euro gilt der Einzahlungsbeleg als Quittung fürs Finanzamt. Bei größeren Beträgen bekommen Sie von Unicef automatisch eine Spendenbescheinigung zugeschickt. Bitte geben Sie im Feld „Verwendungszweck“ unbedingt Namen und Adresse an. Empfänger ist Unicef.

Sie möchten online bei Unicef spenden? 

Unter www.tz.de/unicef finden Sie den direkten Zugang zu unseren Spendenkonten.

Sie möchten per Telefon spenden?

Mit einem Anruf unter der Nummer 089/44 33 34 44 spenden Sie ganz einfach einmalig zehn Euro, die von Ihrer Telefonrechnung abgebucht werden. Bei einer Telefonspende gilt der Abbuchungsbeleg als Spendenbescheinigung.

Sie möchten an der Verlosung teilnehmen?

Wichtig: Bitte notieren Sie Namen und Adresse auf dem Überweisungsträger, auf Ihrer Online-Überweisung oder geben Sie diese Daten bei Ihrem Spendenanruf an. Damit wir Sie erreichen können, falls das Los auf Sie fällt. Die Gewinner unserer Preise ziehen wir nach Abschluss unserer Spendenaktion im Februar. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Spendenkonten

Commerzbank:

IBAN: DE78 7008 0000 0326 900000 BIC: DRESDEFF700

Stadtsparkasse München

IBAN: DE70 7015 0000 0000 263525

BIC: SSKMDEMM

Ihre Ansprechpartnerin

Haben Sie noch Fragen oder möchten Sie selbst aktiv werden, eine Veranstaltung oder Spendensammlung für unsere Aktion organisieren? Dann rufen Sie an oder schreiben Sie eine E-Mail. tz-Redakteurin Dorit Caspary war im Libanon, hat die Flüchtlingskinder besucht. Unsere Unicef-Reporterin erreichen Sie unter Tel. 089/53 06-512 oder per E-Mail unter ­dorit.caspary@tz.de.

10 Euro spenden – Traumpreise gewinnen

Für all unsere Leser ist es seit Jahren eine Herzenssache, die tz-Weihnachtsaktion zugunsten von Unicef zu unterstützen. Immer waren sie großzügig, und gemeinsam haben wir viel erreicht. Einer unserer Spender hatte jedes Jahr besonderes Glück und wurde zum Beispiel als Gewinner eines Autos gezogen. Noch nie haben sich so viele Menschen für Menschen in Not eingesetzt wie jetzt – für die syrischen Flüchtlinge hier bei uns in Bayern, aber auch vor Ort in deren Heimat. Deshalb möchten wir dieses Jahr nicht nur einen Preis unter allen Lesern, die mindestens zehn Euro spenden, verlosen, sondern gleich drei Gewinne im Gesamtwert von über 15 000 Euro. Wie Sie, liebe Leser, vielleicht bald mit Costa auf Kreuzfahrt in die Karibik gehen, Inhaber eines neuen Trenoli-Pedelecs oder eines Loewe-Smart-TV werden, lesen Sie unter Spenden und gewinnen!

Auf den Spuren von Christoph Kolumbus: Mit der Costa Magica geht es für zwei unserer Leser unter dem Motto „bezaubernde kleine Antillen und Karibik“ für 14 Tage auf eine Kreuzfahrt der Extraklasse. Unsere Gewinner fliegen von Frankfurt aus in die Karibik, besteigen dort die Costa Magica und nächtigen zwei Wochen lang in einer Balkonkabine. Das Verwöhnprogramm umfasst unter anderem Vollpension und Getränkepaket. Reisezeitraum ist Januar oder Februar 2017. Wie die Entdecker Amerikas können Sie, liebe Leser, mit dem Schiff nach Santo Domingo kommen und hier das erste Mal einen Fuß auf amerikanischen Boden setzen. Alle weiteren Highlights dieser Reise im Wert von 10 000 Euro finden Sie unter www.costakreuzfahrten.de.

Mit dem Radl bequem bergauf und ab: Die bayerische Elektrofahrrad-Marke Trenoli aus Weiden verwendet die neueste Generation von Bosch-Elektromotoren. Damit ist auch das Pedelec Trenoli Centro ausgestattet. Bis zu 190 Kilometer Reichweite hat das Elektrorad im Eco-Modus. In nur 3,5 Stunden ist der Akku komplett aufgeladen, Teilladungen sind kein Problem. Vollhydraulische Felgenbremsen sorgen für die notwendige Sicherheit. Das Trenoli Centro hat einen Wert von 2499 Euro. Mehr Infos unter www.trenoli.de.

Viel Bild, viel Design, wenig Platz: Der Loewe Connect im 32-Zoll-Format gilt als bestes TV-Gerät seiner Klasse. Unabhängig von den Lichtverhältnissen erreicht der Connect 32 durch sein aufwendiges LCD-Display immer eine außergewöhnlich gute Bildqualität. Dazu liefert Loewe einen spitzenmäßigen Klang. Das Modell hat einen Wert von rund 1500 Euro. www.loewe.de.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Reformationstag 2017: Über diesen zusätzlichen Feiertag freut sich ganz Deutschland
Reformationstag 2017: Über diesen zusätzlichen Feiertag freut sich ganz Deutschland
Zeitumstellung 2017: Wann werden die Uhren wieder auf Winterzeit umgestellt?
Zeitumstellung 2017: Wann werden die Uhren wieder auf Winterzeit umgestellt?
Lotto am Samstag: Das sind die aktuellen Lottozahlen vom 14.10.2017
Lotto am Samstag: Das sind die aktuellen Lottozahlen vom 14.10.2017
Lotto am Mittwoch vom 18.10.2017: Das sind die aktuellen Lottozahlen
Lotto am Mittwoch vom 18.10.2017: Das sind die aktuellen Lottozahlen

Kommentare