Schreckens-Fund

Ferkel lebendig in der Kadavertonne: Passanten hören Atmen und Quieken

Mecklenburg-Vorpommern, Losten: Ferkel stehen in einer Box in einer Schweinezuchtanlage. (Archivbild)
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Lebendige kleine Ferkel in Abfallcontainer gefunden. (Symbolbid)

Einen schrecklichen Fund machen Jugendliche im Milower Land, als sie an Abfallcontainern vorbeikommen. Sie entdecken drei kleine Ferkel.

Bad Belzig - Erst hörten die Passanten nur ein schweres Atmen und leises Quieken aus einem großen Abfallcontainer. Dann finden sie das unfassbare: Inmitten von rund 30 toten Ferkeln finden sie auch schwerverletzte, aber lebende Tiere im Müllcontainer. „Wir haben etwas Lebendiges gehört“, erzählt eine der jungen Entdeckerinnen des schrecklichen Funds dem rbb. Gemeinsam mit anderen Jugendlichen hat sie die Tiere gefunden und die Polizei gerufen.

„Tierwohlgefährdung oder wie hier - eine Form von Tierquälerei - das darf nicht sein“, sagte Felix Menzel (SPD), Bürgermeister der Gemeinde Milower Land im rbb. Drei der Ferkel in dem Abfallcontainer waren noch am Leben. Eines von ihnen jedoch derart schwer verletzt, dass das eingeschaltete Veterinäramt einen Jäger bitten musste, dem Leiden des Tieres ein Ende zu bereiten.

Lebendig in der Kadavertonne: Tierrettung nimmt ein trauriges Ende

Und auch für die anderen beiden Ferkel gab es trotz Rettung kein gutes Ende: Sie wurden zurück in den Betrieb gebracht, vor dessen Toren die Abfallcontainer mit den lebendigen Tieren inmitten der Toten aufgestellt waren. Dort mussten sie aus seuchenhygienischen Gründen aber ebenfalls getötet werden, wie der Tagesspiegel berichtet. Der Grund: in Brandenburg grassiert die Afrikanische Schweinepest.

Die sogenannten Kadavertonnen von der Fläminger Tiergut GmbH im Milower Land standen offenbar zur Abholung durch ein Entsorgungsunternehmen bereit. Die Polizei hat ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet.

Ferkel im Abfallcontainer entdeckt: Nutzer auf Facebook bestürzt

„Ich habe den Bericht gesehen und musste mal wieder mit den Tränen kämpfen. Das ist doch kein Einzelfall, das ist Standard“, kritisiert eine Facebook-Nutzerin unter dem Posting des Berichts der mdr-Sendung „Brisant“ zu dem skandalösen Vorfall. Sie fordert: „Hört auf Fleisch aus Massentierhaltung zu kaufen und ändert eure Essgewohnheiten. Diese widerlichen Zustände möchte doch bestimmt niemand unterstützen. Mir ist immer noch ganz schlecht.“ Und mit ihrer Beschwerde ist sie nicht allein. Hunderte kommentieren den Beitrag und zeigen sich entsetzt: „Das ist der widerliche und unerträgliche Alltag der Massentierhaltung!“, so der Tenor.

Schockierende Aufnahmen wurden vor wenigen Monaten auch auf einem familienbetriebenen Bauernhof im Südschwarzwald angefertigt. Tiere wurden dort grausam gequält. Nun wird der Bauer zur Verantwortung gezogen.

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