Am Düsseldorfer Airport

Koffer legt Flughafen lahm: Dieb muss in Haft

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Der mutmaßliche Kofferdieb vom Düsseldorfer Flughafen auf der Anklagebank

Düsseldorf - Ein herrenloser Koffer löste den Stopp des Betriebs am Düsseldorfer Flughafen aus. Tausende Passagiere kamen nicht weiter. Abgestellt hatte den Koffer ein Gepäckdieb.

Nach der spektakulären Evakuierung des Düsseldorfer Flughafenswegen eines verdächtigen Koffers muss ein Gepäckdieb ins Gefängnis. Vor dem Amtsgericht in Düsseldorf wurde der 32 Jahre alte Mann am Mittwoch wegen gewerbsmäßigen Diebstahls zu acht Monaten ohne Bewährung verurteilt. Der Haftbefehl bleibt damit bestehen. In das Urteil floss in das Vorstrafenregister des Mannes ein - mit vielen einschlägigen Taten in Großbritannien.

Der 32-Jährige hatte Ende September die Räumung des Düsseldorfer Airports und einen stundenlangen Stopp des Flugverkehrs ausgelöst, als er einen gestohlenen Koffer in der Abflughalle stehenließ. Zunächst wurde Sprengstoff darin vermutet, dann Drogen. Das Gepäckstück enthielt aber nur Mehl und Zimt, die wie Drogen verpackt waren. Der Mann hatte, wie auf den Videos des Flughafens zu sehen war, den bunten Ziehkoffer mit den London-Motiven noch durchwühlt und dann in der Abflughalle platziert, vermutlich um die auf Drogen hinweisende Beute schnell loszuwerden.

Polizeibeamte sagten vor Gericht aus, dass unter anderem eine elektronische Einrichtung in dem auffälligen Trolley ausgemacht worden sei, die auch auf eine Bombe hindeutete. Es entpuppte sich aber als Handy-Ladekabel.

Der verdächtige Koffer, der Zimt enthielt

Wegen des Bombenalarms war am 24. September am drittgrößten deutschen Airport das Chaos ausgebrochen. Der komplette Flugbetrieb wurde über Stunden eingestellt. 140 Flüge fielen aus, etwa 10.000 Passagiere waren betroffen. Der Flughafen beklagt einen Millionenschaden. Der Richter erwähnte auch, dass auf den Angeklagten, der den drei Stunden dauernden Prozess am Mittwoch in seinen Stuhl zusammengesunken verfolgte, erhebliche Schadenersatzforderungen zukommen können. Der Flughafen prüft derzeit die rechtlichen Möglichkeiten.

Die zehn gefährlichsten Flughäfen der Welt

Washington-Touristen kennen den nervigen Fluglärm über der US-Hauptstadt: Der Reagan National Airport befindet sich mitten in der Stadt zwischen zwei Flugverbotszonen. Piloten müssen beim Landen Gebäude wie das Pentagon und das CIA-Hauptquartier meiden und während des Starts schnell an Höhe gewinnen, um nicht ins Weiße Haus zu fliegen. © AP
Flughafen gefährlich
Der Anflug auf den Flughafen Santa Catarina ist eine Belastungsprobe für Flugpersonal und Passagiere. Piloten müssen für den Anflug speziell ausgebildet werden: Die Landebahn ist nicht nur extrem kurz, sondern verläuft auch noch direkt an einem Steilküstenabhang. Die Piloten müssen lange auf die Berge zufliegen und erst im letzten Augenblick das Steuer rechts herumreißen, um auf dem Rollfeld zu landen. © dpa
Die Rollbahn des Toncontin-Flughafens in Tegucigalpa (Honduras) ist mit 1863 Metern die weltweit kürzeste eines internationalen Airports. Größere Flugzeuge können hier nicht landen. Vor der Landung muss der Pilot bergiges Gelände überfliegen, primitive Navigationsausrüstung machen den Flughafen zusätzlich gefährlich. Bei schlechter Witterung müssen die Flugzeuge oft nach San Salvador ausweichen. © dpa
Insel Barra
Auf der westschottischen Insel Barra muss ein Sandstrand als Flugfeld herhalten. Die Größe des "Rollfelds" hängt ganz von den Gezeiten ab. Simple Autoscheinwerfer auf dem Parkplatz weisen Piloten nachts den Weg über die flache Bucht. © dpa
La Guardia und Newark
Viel beflogen, aber ziemlich gefährlich: der John F. Kennedy Airport in New York. Die Herausforderung für die Piloten besteht im Vermeiden von Flugzeugen anderer Flughäfen in der Nähe - La Guardia und Newark. Die Crew ist gezwungen, etwa 460 Meter Abstand und eine Sicht von knapp 8000 Metern zu haben, bevor sie die Landebahn anfliegen dürfen. © dpa
Am 9. November 2007 kam ein Flugzeug der Airline Iberia von der Landebahn in Quito, Ecuador, ab (Foto). Piloten fürchten die abschüssige Landebahn der ecuadorianischen Hauptstadt seit langem. Der Flughafen liegt nur wenige Minuten vom Finanzzentrum entfernt und ist umringt von einer Wohnsiedlung. Das Problem wurde jedoch erkannt. Ein neuer Flughafen einige Kilometer entfernt gebaut. © dpa
Am 19. Februar 2013 schließt der berüchtigte Flughafen in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito für immer. © AP
Der Flugplatz von Lukla in Nepal ist nur 527 Meter lang und 20 Meter breit. Die Landebahn neigt sich um 12 Grad, der Höhenunterschied zwischen beiden Endpunkten beträgt 60 Meter. Die Piloten haben nur einen Versuch, Durchstarten ist wegen der Hochgebirgslage unmöglich. Eine lebensgefährliche Angelegenheit: Auch eine Reisegruppe aus München stürzte hier 2008 in den Tod. © dpa
Die Startbahn der 13-Quadratkilometer-Insel Saba auf den Niederländischen Antillen ist gerade mal 400 Meter lang und säumt eine Steilküste. Der Flughafen der Karibikinsel ist außerdem sehr anfällig für Sturmböen. © dpa
Unglaublich: Eigentlich ist der Flughafen von St. Maarten, Karibik, nur für kleine und mittlere Jets geeignet. Piloten größerer Flieger müssen die Landebahn (2180 Meter lang) daher sehr tief über dem traumhaften Sandstrand von Maho Beach und seinen Urlaubern anfliegen und berühren dabei fast den zehn Meter hohen Sicherheitszaun. © dpa
Höchste Präzision erfordert der Landeanflug auf den Flughafen von Gibraltar, Südspanien. Der kleine Airport liegt zwischen der Bucht von Algeciras und dem Mittelmeer. Das Rollfeld ist knapp 1830 Meter lang. Wie auf den anderen kleineren Flughäfen brauchen Piloten hier eine Spezialausbildung. © dpa

Das Gericht ging davon aus, dass der 32 Jahre alte Familienvater seinen Lebensunterhalt mit Kofferdiebstählen bestreitet. In England ist der Mann, der weder lesen noch schreiben kann und 19 Aliasnamen hatte, mehrfach wegen Diebstahls zu teils mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Dem Düsseldorfer Amtsgericht wurden 36 Straftaten von den britischen Gerichten übermittelt.

dpa

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