Fracht kam aus Hongkong

Flughafen Köln/Bonn: EM-Fund lässt Zoll staunen - Originalwert von fast einer Million Euro

Zöllner haben am Flughafen Köln/Bonn Tausende gefälschte EM-Trikots sichergestellt.
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Zöllner haben am Flughafen Köln/Bonn Tausende gefälschte EM-Trikots sichergestellt.

Zöllnern ist am Flughafen Köln/Bonn ein großer Schlag gegen Produktpiraterie gelungen. In Fracht aus Hongkong entdeckten sie Tausende gefälschte EM-Trikots.

Köln - Zöllner erleben es während ihrer Arbeit tagtäglich: Bei Kontrollen von Fracht ziehen sie immer wieder gefälschte Produkte aus dem Verkehr. Während der Corona-Pandemie nahm Produktpiraterie noch einmal zu. Im vergangenen Jahr waren knapp sieben Prozent aller in die EU eingeführten Güter Fälschungen, wie aus einem gemeinsamen Bericht der OECD und des Amtes der EU für geistiges Eigentum hervorgeht.

Mehr als 11.000 gefälschte EM-Trikots am Flughafen Köln/Bonn

Doch die schwarzen Schafe nutzen nicht nur die Corona-Krise, um schmutzige Geschäfte zu machen, auch mit Sport-Großveranstaltungen wie der Fußball-EM wollen sie groß Kasse machen. Jetzt ist Zöllnern am Flughafen Köln/Bonn ein großer Schlag gegen die weltweite Produktpiraterie gelungen.

Bei Kontrollen von Fracht aus Hongkong, die für Frankreich, Großbritannien und Deutschland bestimmt war, staunten sie nicht schlecht. „11.222 gefälschte Trikots und Trikotsets des Herstellers Nike, mit einem geschätzten Originalwert von knapp 900.000 Euro, gingen uns in den vergangenen Wochen ins Netz“, sagte Jens Ahland, Pressesprecher des Hauptzollamts Köln. Ein Münchner wollte sich im Frühjahr den Traum eines eigenen Champions-League-Pokals erfüllen. Doch der Zoll machte ihm ebenfalls einen Strich durch die Rechnung.

Fälschungen: Flughafen Köln/Bonn zieht ernüchternde Zwischenbilanz

Doch damit nicht genug. Klassiker bei den Fälschungen sind nach wie vor Handys, Kopfhörer und Tablets. Und auch da ist die Bilanz erschreckend: Seit Jahresbeginn wurden am Flughafen Köln/Bonn 24.700 gefälschte technische Produkte sichergestellt, die einen Originalwert von mehr als 8,8 Millionen Euro haben.

„Sobald ein neues Modell auf den Markt kommt, haben wir am Flughafen binnen weniger Wochen Berge von Fälschungen auf unseren Schreibtischen“, sagte Ahland. Der Originalwert habe sich im Vergleich zur Jahresbilanz 2020 „weit mehr als verdoppelt“. Eine gruselige Entdeckung machte der Zoll in Aachen in einem Paket. (mt)

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