Flugzeugabsturz: Fünfte Leiche entdeckt

Egelsbach - Nach dem Absturz eines Flugzeugs in Südhessen haben Helfer ein fünftes Todesopfer gefunden. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Nach dem Absturz eines Flugzeugs in Südhessen haben Helfer am Freitag ein fünftes Todesopfer gefunden. “Damit sind die wesentlichen Maßnahmen am Tatort für uns abgeschlossen“, sagte ein Sprecher der Polizei in Offenbach am späten Nachmittag. Nach letzten Erkenntnissen geht die Polizei davon aus, dass neben dem Kapitän und dem Co-Piloten drei Flugreisende an Bord der Maschine waren. Der Business-Jet war am Donnerstagabend auf dem Weg von Linz kurz vor der geplanten Landung auf dem Flugplatz Egelsbach in ein Waldstück gestürzt und in Flammen aufgegangen.

Beißender Kerosingestank hängt in der Luft, Polizisten fotografieren das völlig zerstörte Flugzeugwrack und fertigen Notizen an. An der Unglücksstelle im Wald bei Egelsbach fahnden Spezialisten am Freitag nach der Ursache.

Das Schockierende: Nahe der Absturzstelle war Ende 2009 schon einmal ein Geschäftsreiseflugzeug abgestürzt, hatte kurz vor dem Flugplatz Egelsbach Wipfel der Bäume rasiert, sich in den Erdboden gebohrt und Feuer gefangen. Drei Tote gab es damals. Auch dieses Mal ging die Maschine in Flammen auf. “Es war ein Feuerball zu sehen“, berichtet Polizeisprecher Henry Faltin. Der Schein der Flammen leitete die Einsatzkräfte zur Absturzstelle.

Mit Anbruch des Freitags beginnen die Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU/Braunschweig) mit der Klärung der Absturzursache. Vorsichtig steigen sie über Wrackteile des zweistrahlige Düsenjets hinweg, heben einige an, es folgt ein prüfender Blick. “Die nehmen Teil für Teil genau unter die Lupe“, sagt Faltin.

Flugzeugabsturz in Hessen: Mehrere Tote

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Dass beide Absturzstellen nicht weit voneinander entfernt sind, war schon am Donnerstagabend klar. Dass sie aber direkt nebeneinanderliegen, ist erst am Freitag bei Tageslicht zu sehen. Polizeisprecher Faltin steht an der neuen Absturzstelle und zeigt auf Bäume, die das Kleinflugzeug beim Absturz 2009 kappte: “Genau neben dem neuen Absturz.“

Es gibt noch mehr Übereinstimmungen. Auch damals war es neblig. In dem Waldgebiet gibt es überraschende Nebelbänke, die die Sicht fast versperren. Mit ziemlicher Sicherheit handelte es sich auch in beiden Fällen um Geschäftsflüge. Bei diesen Einsätzen stehen die Piloten nach Darstellung der Pilotenvereinigung Cockpit unter enormen Druck. “Die Geschäftsleute drängen, Flughäfen anzufliegen, obwohl die Bedingungen wie etwa das Wetter das nicht hergeben“, sagt Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg. “Dann passieren unter Umständen Unfälle.“

Wie viele Menschen in der Maschine gesessen hatten, war am zunächst unklar. Die Cessna war zwar im österreichischen Linz gestartet, die Ermittler konnten aber zunächst nicht rekonstruieren, ob es einen Zwischenstopp gegeben hatte und einer der Reisenden womöglich ausgestiegen war. “Wir gehen aber von insgesamt maximal fünf Personen aus“, sagte die Polizeisprecherin. Dass dem Tower ein Flugplan vorliege, bestätigte sie nicht. Unter den getöteten Passagieren sind nach ersten Erkenntnissen keine Österreicher.

Am Unglücksort werden am Freitag Flugzeugteile von den Bäumen heruntergeholt, die dort hängen geblieben waren. Wie schon 2009 galt auch dieses Mal zum Zeitpunkt des Absturzes der sogenannte Sichtflug. Der Flugplatz Egelsbach kann nicht mit Instrumenten angeflogen werden.

dpa

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