Sensations-Fund

Forscher entdecken neue Spezies: Sie sind mit Seekühen und Elefanten verwandt - und bellen

Volta in Ghana: Die neue Spezies kommt nur zwischen dem Flüssen Volta und Niger vor.
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Volta in Ghana: Die neue Spezies kommt nur zwischen den Flüssen Volta und Niger vor.

Forscher haben in Afrika eine neue Spezies entdeckt. Diese soll mit Seekühen und Elefanten verwandt sein und sich durch Bellen auszeichnen.

New Haven/USA - Auch wenn eine schier endlose Vielfalt von Tierarten und verschiedenen Spezies bereits erschlossen worden ist, stoßen Forscher auch heute immer noch regelmäßig auf sensationelle Neuentdeckungen. Nun soll es in Afrika zu einem solchen Fund gekommen sein, der ein paar unerwartete tierische Verwandte hat und zudem auch etwas sehr Faszinierendes über die entsprechende Region verrät.

Der Baumschliefer ist in den Wäldern Afrikas weit verbreitet - und ähnelt vom Aussehen her einem Meerschweinchen oder einem Murmeltier.

Neue Spezies in Afrika entdeckt: Forscher identifizierten sie am Klang

An sich ist der Baumschliefer keine Neuentdeckung. Das kleine, dem Meerschweinchen nicht unähnliche, Tier ist in den Wäldern Afrikas weit verbreitet und zeichnet sich vor allem durch seine Nachtaktivität sowie sein unverkennbares Kreischen aus. Nun haben Forscher der Yale Universität jedoch die erstaunliche Entdeckung gemacht, dass bestimmte Vertreter der Gattung, die in der Region zwischen den Flüssen Niger und Volta leben, anstatt zu kreischen, mit einem Bellen kommunizieren. Eine Studie, die im Zoological Journal der Universität erschienen ist, identifiziert diese bellenden Baumschliefer nun als eine vollkommen eigene Spezies.

Der Yale-Anthropologe Eric Sargis, der die Studie mitverfasst hat, erklärte in einer Mitteilung der Universität die Hintergründe des Sensations-Funds. Demnach wäre zwei seiner Kollegen bereits 2009 während einer Forschungsreise in Afrika aufgefallen, dass sich die Rufe der Baumschliefer auf den verschiedenen Seiten des Nigers stark unterscheiden. Die jahrelange Auswertung von diversem Material, darunter mehr als 400 Aufnahmen von Baumschliefer-Rufen, die nach Dauer, Länge und Wiederholungsmuster untersucht wurden, soll nun zu der Erkenntnis geführt haben, dass die bellenden Vertreter der Gattung nur in der Region zwischen den Flüssen Niger und Volta vorkommen und damit eine völlig eigene Spezies bilden. Einen wissenschaftlichen Namen hat man ihnen auch schon gegeben: Dendrohyrax interfluvialis. „Manchmal ist ein scharfes Gehör genauso wichtig wie ein scharfes Auge“, so Eric Sargis über die aufregende Enthüllung.

Neue Spezies in Afrika entdeckt: Baumschliefer ist mit Elefanten und Seekühen verwandt

Zwar ähnelt der Baumschliefer vom Aussehen her stark dem, hierzulande als Haustier sehr beliebten, Meerschweinchen, soll jedoch eng mit Elefanten und Seekühen verwandt sein, wie die Yale Universität bekannt gab. Man wies auch darauf hin, dass die Untersuchung der Gattung und ihrem Verhalten allgemein eher schwierig ist, da die Augen des nachtaktiven Waldbewohners nicht wie bei anderen nachtaktiven Säugetieren im Dunkeln leuchten.

Dennoch liefert die Entdeckung einer neuen Baumschliefer-Spezies faszinierende Einblicke in die entsprechende Region. Wie John Oates, der 2009 Teil der ursprünglichen Forschungsreise war, in einer Ankündigung der Universität beschreibt, bildet der isolierte Lebensraum zwischen den Flüssen Niger und Volta die perfekte Voraussetzung für die Entstehung einzigartiger neuer Spezies. Seine Kollegen und er weisen jedoch auch darauf hin, dass dieses einzigartige Gebiet durch Abholzung und exzessive Landwirtschaft stark gefährdet und damit schutzbedürftig ist. (le)

Zu einem überraschenden Fund kam es vor kurzem auch in Australien, als in einer Schule ein besonderer, geflügelter Gast gesichtet wurde. In Singapur hingegen tauchte ein echter Unterwasser-Schatz auf.

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