Weltall

Fotograf hat 12 Jahre an atemberaubendem Foto der Milchstraße gearbeitet

Ein zusammengestelltes Mosaik der Milchstraße
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Mosaik der Milchstraße

Dass uns im Weltall unendliche Weiten umgeben, ist nichts Neues. Dass es aber 12 Jahre dauern kann, um an einem Foto der Milchstraße zu arbeiten, klingt unfassbar.

Finnland - Unlängst haben Forscher den Zwilling der Milchstraße (*tz berichtete) entdeckt. Dabei ist das Original bereits so faszinierend und komplex, dass ein Fotograf 12 Jahre lang brauchte, um es abzubilden. Fotograf J-P Metsavainio hat ein atemberaubendes Bild unserer Milchstraße zusammengestellt. Um sie in all ihren Einzelheiten festzuhalten, musste er eine Sammlung aus vielen einzelnen Bildern zusammentragen.

Metsavainio begann mit seinen Schnappschüssen 2009 in Finnland. Im März hat er ein Mosaikbild der Milchstraße veröffentlicht. Das Mosaik zeigt knapp 20 Millionen Sterne. Die gesamte Milchstraße erstreckt sich über Milliarden von Sternen.

Auf dem Foto ist nicht nur die Milchstraße zu sehen , sondern auch Überreste von drei Supernovae

J-P Metsavainio hat auch echte Seltenheiten vor die Linse bekommen. So sind auf dem Foto Überreste von drei Supernovae zu sehen. „Wenn man fast 12 Jahre an demselben Projekt arbeitet, scheint es, als könnte einen nicht mehr viel überraschen“, so Metsavainio gegenüber dem Internet-Portal „Insider“. Weit gefehlt. Dass er die gespenstischen Trümmer vor der Kamera einfing, sei unerwartet gewesen.

Die Aufnahme der einzelnen Bilder für das Milchstraßen-Foto dauerte insgesamt 1.250 Stunden

Der Fotograf wohnt knapp 10 Kilometer vom finnischen Polarkreis entfernt und besitzt ein privates Observatorium. Sechs Monate lang im Jahr kann er direkt über seinem Haus den sternenklaren Himmel bewundern und die Milchstraße besonders gut sehen*. „Ich arbeite jede einzelne klare Nacht“, so Metsavainio.

Lange wach bleibt er ohnehin, er kann dann ein Objekt schon mal vier bis sieben Stunden lang beobachten und fotografieren. Dabei spielt die Höhen-Position am Himmel eine Rolle. Der Fotograf benutzt eine große Apparatur. „Ich bin ein Perfektionist in Bezug auf meine Arbeit“, sagte er gegenüber „Insider“. „Ich möchte keinen einzigen wertvollen klaren Moment verpassen, der auf einen kleinen Softwarefehler zurückzuführen ist.“ Er hat insgesamt 1.250 Stunden lang Bilder für sein Mosaik gesammelt.

Das endgültige Foto der Milchstraße besteht aus vielen einzelnen Werken.

Mosaik der Milchstraße

Die jeweiligen Einzelwerke hat J-P Metsavainio bei Photoshop* zusammengestellt. Sterne waren dabei sein Leitfaden für die Aufnahme. Dabei steht Blau für Sauerstoff, Grün für Wasserstoff und Rot für Schwefel. Auf dem finalen Bild sind Sterne zusehen, die sich in Staub-, Nebel-und Gaswolken neu bilden. Darunter das Sternbild Perseus und der sich darin befindliche kalifornische Nebel in 1.000 Lichtjahren Entfernung von der Erde. Außerdem das 2.400 Lichtjahre entfernte Sternbild Cepheus.

Auf dem Mosaik ist auch das erste jemals entdeckte Schwarze Loch „Cygnus X-1“ zu sehen. Metsavainios „absoluten Lieblings“ -Elemente des Projekts sind aber die Supernova-Überreste. Er nannte sie seine „drei Musketiere“.

Die Supernova Überreste wurden 3 Jahre lang gefangen genommen

Supernova-Rest

Eine Supernova ist der letzte Kuss zweier Sterne*. Dabei wird enorme Energie freigesetzt, die Trümmer über die Galaxie streut und einen sich ausbreitenden Nebel hinterlässt. Normalerweise blockiert Staub die Sicht, ihm ist aber das Einfangen der Trümmerwolken nach 300 Stunden Beobachtung mit genügend Fotos gelungen.

„Sie sind alle extrem dunkel und befinden sich in einem sehr dichten Sternenfeld“, so Metsavainio. „Das macht die Bildgebung fast unmöglich.“ Ein jahrelanges Ziel Metsavainios war der Rest der Supernova W63. Sie liegt in der Nähe des Sternbildes Cygnus mit dem Spitznamen „Cygnus Shell“ in 5.000 Lichtjahren Entfernung.

Metsavainio hat erst nach drei Jahren, von 2015 bis 2018, genug Fotos von Cygnus Shell gesammelt. Aber genau um solche Objekte zu erfassen, investiert er so viel Zeit. Sie sind „der Grund, warum ich diese langsame und einsame Arbeit mache“, sagte er. *tz.de ist ein Angebot der IPPEN.MEDIA.

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