Extreme Abschreckungsmaßnahme

Unfall mit zwei Toten: Polizei zieht „Gaffer“ aus dem Auto und zeigt ihm die Leiche

Einsatzfahrzeug der Polizei mit Blaulicht.
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Bei einem Unfall bei Frankfurt zog ein „Gaffer“ die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich. (Symbolbild)

Bei einem tödlichen Unfall-Drama auf der A3 bei Frankfurt wird ein Polizist ungehalten: Er zieht einen „Gaffer“ aus dem Auto und zeigt ihm Trümmerfeld und Leiche.

Frankfurt/München - Bei einem Unfall mit einem Lkw auf der A3 bei Frankfurt am Main sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Aus zunächst ungeklärter Ursache war der Lastwagen am Sonntagabend gegen 21.45 Uhr mit zwei Autos zusammengestoßen. Das sagte ein Sprecher der Polizei in der Nacht.

Unfall bei Frankfurt: Zwei Menschen kommen ums Leben, eine Person im Krankenhaus

Die beiden Autos hatten der Polizei zufolge mit einer Panne auf dem Seitenstreifen der Autobahn gestanden. Ein Mann sei noch vor Ort an seinen Verletzungen gestorben. Wie die Feuerwehr Frankfurt via Twitter mitteilte, wurden zwei verletzte Personen ins Krankenhaus gebracht. Eine schwer verletzte Frau sei im Krankenhaus gestorben, wie ein Polizeisprecher am Montagmorgen sagte. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt. Die A3 wurde in Fahrtrichtung Köln für die Unfallaufnahme gesperrt. Die Freiwillige Feuerwehr Schwanheim leuchtete die Einsatzstelle aus.

Tödlicher Unfall bei Frankfurt - Polizei führt „Gaffer“ zu Leiche

Medienberichten zufolge haben Einsatzkräfte bei dem Unfall einen „Gaffer“ angehalten. Den Berichten nach wollte ein Mann die Trümmer auf der gesperrten Autobahn abfotografieren. Auf einer Videoaufnahme ist zu sehen, dass die Polizei ihn aus seinem Auto zerrt. Anschließend wurde er zu der abgedeckten Leiche geführt, wie unter anderem auch Bild.de berichtete. So wollten die Beamten dem Mann wohl zeigen, dass er solche Fotos nie wieder machen soll. Ihm droht eine Geldbuße.

Dass „Gaffer“ bei Unfällen immer wieder für einen Eklat sorgen und die Arbeit der Einsatzkräfte behindern ist nichts Neues. Fotos oder Videos von Unfällen und Einsätzen der Polizei oder Feuerwehr landen oftmals auch auf Social-Media-Plattformen wie Instagram. Als sich am Stachus in München ein Auto überschlug, hielten Schaulustige die Polizei in Atem. Sie zückten ihr Handy und mussten von der Polizei belehrt werden.

„Gaffen tötet“: QR-Code an Rettungswagen soll „Gaffer“ bei Unfällen abschrecken

In einem Pilotprojekt wird indes gegen Schaulustige vorgegangen. Das teilte die Johanniter-Unfall-Hilfe am Freitag (30. April) mit. Die Botschaft „Gaffen tötet“ soll künftig auf den Smartphones von Schaulustigen erscheinen, wenn sie Unfall-Einsätze der Johanniter fotografieren wollen. Möglich wird das durch einen technischen Trick: QR-Codes an den Rettungsfahrzeugen oder an der Ausrüstung der Retter lösen auf den Smartphones von fotografierenden „Gaffern“ den Warnhinweis aus. (dpa/mbr)

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