In Frankreich und Deutschland

Mehr als 150 Fälle: Brutale Verstümmelungen auf Pferdehöfen - Anwohner wappnen sich für weiteren Angriff

Eine Serie brutaler Pferde-Verstümmelungen erschüttert Frankreich und Deutschland. Die Polizei ermittelt in mehreren Fällen - bisher ohne Erfolg.

  • Zahlreiche Pferde-Verstümmelungen wurden im Grenzgebiet zu Frankreich gemeldet.
  • Die Polizei hatte bereits einen ersten Tatverdächtigen festgenommen.
  • Über das Motiv für die Taten können die Beamten bisher nur spekulieren.

Paris - Viele Pferdebesitzer in Frankreich und Deutschland plagt zurzeit eine schreckliche Ungewissheit. Denn vorwiegend im deutsch-französischen Grenzgebiet geht ein Pferdeschänder um. Die französische Regierung meldet bereits mehr als 150 Fälle in denen Tiere brutal misshandelt wurden und auch teilweise an ihren Verletzungen gestorben sind. Die Polizei tappt nach einem anfänglichen Erfolg immer noch im Dunklen.

Frankreich und Deutschland: Tierquälerei auf Pferdehöfen - Polizei nimmt Tatverdächtigen fest

Nachdem es in Teilen Frankreichs und Deutschlands immer wieder zu Übergriffen auf Pferde kam, konnte die Polizei bei der Suche nach dem Täter zunächst einen Erfolg vermelden. Man hatte einen Mann in der elsässischen Gemeinde Nambsheim festgenommen. Ihm wurde zur Last gelegt, ein Pferd und zwei Ponys mit einem Messer angegriffen zu haben. „Er hat die Tat von Anfang an bestritten, und sein Alibi konnte überprüft werden“, sagte Staatsanwalt Arnaud Laraize aus der Stadt Sens rund 80 Kilometer südöstlich von Paris. Deshalb wurde der 50-Jährige am Dienstag (8. September) wieder freigelassen.

Die Polizei kam auf die Spur des zunächst Tatverdächtigen aufgrund eines Phantombilds. Als Ende August zwei Männer in einen nahe gelegenen Gnadenhof eindrangen und das Pferd sowie die zwei Ponys mit einem Messer verletzten, ertappte sie der Besitzer. Die Tierschänder konnten fliehen, verletzten den Hofbesitzer aber noch mit dem Messer. Dieser gab dann der Polizei eine Beschreibung der beiden Eindringlinge.

Tierquälerei in Frankreich und Deutschland: Hofbesitzer versuchen sich selbst zu helfen

Die Serie von Pferde-Verstümmelungen drang sogar bis zum französischen Innenminister vor. Gérald Darmanin äußerte sich „extrem schockiert“ über die Serie von Misshandlungen.  „Rund 30 dieser Fälle sind besonders schwerwiegend, weil sie entweder zum Tod der Pferde oder besonders brutalen Verletzungen geführt haben“, sagte Darmanin. Die Gewalt richte sich vor allem gegen Stuten, sagt die Polizei. Häufig werden Geschlechtsteile verstümmelt, in manchen Fällen wurden Augen, Ohren oder Nüstern herausgeschnitten. Esel, Kühe und andere Tiere wurden ebenfalls in jüngster Zeit angegriffen.

Bei der Suche nach einem Motiv ist die Polizei noch nicht viel weiter gekommen. Es gibt Theorien über einen makaberen Wettstreit im Internet, Hass auf Pferde generell oder sogar satanische Riten. In die Ermittlungen hat sich inzwischen auch eine Einheit der Nationalpolizei eingeschaltet. Pferdehofbesitzer versuchen derweil selbst Vorkehrungen zu treffen. Viele von ihnen haben Alarmanlagen installiert. Andere versuchen mit Nachtsichtkameras den Tätern auf die Schliche zu kommen. (tel)

In einem Fluss an der Grenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt soll ein Krokodil gesichtet worden sein. Eine Frau aus Thailand hatte eine Selfie mit einem Tiger im Internet gepostet und wurde danach hart kritisiert.

Rubriklistenbild: © dpa/Thomas Samson

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