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Zahlreiche Menschen wurden bereits gebissen: Aggressive Fische suchen Küsten Frankreichs heim

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Von: Anna Lorenz

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Frankreichs Strände sind bei Einheimischen und Touristen beliebt. Gegenwärtig wird der Badespaß allerdings getrübt: Das warme Meereswasser verführt aggressive Fische zur Futtersuche.

Paris – So furchteinflößend wie im Leinwandklassiker „Der weiße Hai“ ist es nicht, das Unbehagen allerdings genauso groß: Badegäste an den Küsten Frankreichs werden von beißfreudigen Meeresfischen heimgesucht. Sowohl am zwischen Biarritz und Bilbao gelegenen Strand von Hendaye, als auch an der Côte d‘Azur häufen sich die Berichte von Schwimmern, die von den Meerestieren verletzt wurden.

Atlantik und Mittelmeer: Fische beißen Schwimmer – Zig Verletzte an Frankreichs Küsten

Beine, Füße, Zehen – all diese Körperteile scheinen gegenwärtig im Visier der besagten Fischart zu sein. Es wird vermutet, dass es sich bei den Angreifern um die 30 bis 45 Zentimeter messenden grauen Drückerfische handelt. Wie die französische Zeitung Le Parisien am Donnerstag (11. August) berichtete, seien alleine am Montag (08. August) am Strand von Hendaye über 40 Menschen beim Baden im Atlantik gebissen worden.

Zu sehen ist eine Unterwasseraufnahme des grauen Drückerfisches (Balistes capriscus) im Ostatlantik, nahe der Kanarischen Inseln.
Grauer Drückerfisch (Balistes capriscus). © Frank Schneider/IMAGO

Am Mittelmeer sind ebenfalls entsprechende Vorkommnisse zu beobachten. In der Bucht von Saint Tropez wurde dem Fernsehsender BFMTV zufolge ein Strandbesucher gebissen, in der Nähe von Cannes soll ein Schwimmer im nur 50 Zentimeter tiefen Wasser ebenfalls attackiert worden sein. Der graue Drückerfisch wartet mit 14 Zähnen im Ober- und acht im Unterkiefer auf. Dennoch, so BFMTV, seien die Bisse weder besonders schmerzhaft, noch für Menschen gefährlich.

Grauer Drückerfisch beißt Badegäste: Erderwärmung treibt Meerestier in seichtes Wasser

Laut Le Parisien ist der Grund dieses ungewöhnlichen Verhaltens der Fische im Klimawandels zu finden. Samuel Somot vom Nationalen Meteorologischen Forschungsinstitut (CNRM) wies im Gespräch mit der Zeitung darauf hin, dass beispielsweise das Wasser an der französischen Mittelmeerküste aktuell bis zu 28 Grad Celsius warm sei – das sind 6 bis 7 Grad Celsius mehr, als zu dieser Jahreszeit üblich wären. Wie auch das sich häufende Auftreten der Blobs zeigt, bewirkt die Erwärmung des Wassers eine Veränderung der Beutestrategien diverser Meeresbewohner.

Experte Benjamin Lafon zufolge verleite die gestiegene Wassertemperatur die Tiere dazu, bei der Nahrungssuche seichtere Gewässer aufzusuchen. Während ihrer Fortpflanzungsphase im Sommer zeigten sich die per se nicht menschenscheuen grauen Drückerfische besonders aggressiv, äußerte er Le Parisien gegenüber. Im vergangenen Jahrhundert war der graue Drückerfisch von den Küsten Frankreichs nahezu verschwunden – nun, so scheint es, ist der beißfreudige Meeresbewohner zurückgekehrt. (askl)

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