Polizei nutzt Social Media aus

Frau ruft Polizei aus Angst vor explosivem Sperma

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Frau ruf Polizei, weil sie befürchtete, Sperma würde explodieren.

Solch skurile Einsätze erlebt die Polizei auch nicht alle Tage. Eine junge Frau alarmierte die Beamten von Pasco Country, weil sie Angst hatte, Sperma würde explodieren. Wie kann das passieren?

New Port Richey (Florida) - Da staunten die Beamten nicht schlecht: Polizei und Feuerwehr erhielten einen Anruf von der 26-jährigen Felicia Nevins, die behauptete, bei ihr Zuhause würde Sperma explodieren. Sperma explodieren? Nun ja, die Frau wollte endlich schwanger werden. Sie und ihr Mann versuchten es schon seit drei Jahren - ohne Erfolg. Jetzt wollte sie es mit einer künstlichen Befruchtung versuchen. Nicht mal ihrer Familie hatte sie davon erzählt. Dank der Polizei weiß es aber jetzt jeder. Angeblich lagerte die Frau Sperma mit Trockeneis in einem Thermobehälter. Allerdings vergaß sie, den Gummiring zu entfernen und hatte Angst, der Behälter könnte explodieren. Der ist für die Dichtung gut und muss nach Erkalten entfernt werden, weil sonst zu viel Überdruck entsteht. Die Polizei half der jungen Frau in ihrer misslichen Lage und konnte den Thermobehälter vorsichtig öffnen. „Das war sehr nett“, meinte die junge Frau und auch der Sheriff versicherte ihr: „Das war eine private Angelegenheit. Und die werde ich auch so behandeln.“

Ein Screenshot des mittlerweile gelöschten Posts.

Privat bleibt nicht privat

Doch der Sheriff Chris Nocco entschied sich anders. Er machte die private Angelegenheit öffentlich, in dem er eine kurze Beschreibung zum Vorfall auf die Facebookseite seiner Polizeiwache postete - mit einem Foto einer Frau mit besonders angeekelten Gesichtsausdruck. Der Sheriff nannte zwar den Namen der Frau nicht, aber die Infos waren ausreichend, um die junge Frau als Felicia Nevins zu identifizieren. Denn er nannte ihr Alter, den Ort und die Uhrzeit des Vorfalls. Prompt erschien ein Fernsehsender mit Kamera vor ihrer Haustür. Sie sprach zwar zu ihnen, wollte aber nicht wirklich preisgeben, dass sie es war, die den Vorfall ausgelöst hatte. 

Nachdem sich die Geschichte aber rumgesprochen hatte und es ein offenes Geheimnis war, dass es sich um sie handelte, entschied sich Felicia Nevins dazu, in die Offensive zu gehen. So erzählte sie der Tampa Bay Times ihre Geschichte.

Besonders makaber an der Geschichte: Der mittlerweile gelöschte Post der Polizei wurde über 200 Mal geteilt und der Pasco-County-Sheriff gab zu, dass das alles Teil seiner Social-Media-Strategie sei: „Wir versuchen jeden Tag zu zeigen, was für Arten von Hilfeanrufen wir erhalten. Die Beamten und Feuerwehrleute haben sich dem besonderen Anruf und der Aufgabe von Nevins gestellt. Wir durften keine Fehler machen, denn es war eine potenziell gefährliche Situation. Wir sind dankbar, dass wir keinen Schaden angerichtet haben.“

Und doch gab es einen Schaden, nämlich der, den der öffentliche Ruf von Felicia Nevins erlitten hat. Aufgrund des Posts der Polizei ging nämlich ein regelrechter Shitstorm auf Nevins los. Hasskommentare wie: „Wenn sie die Anweisungen nicht richtig befolgt, sollte sie auch kein Kind bekommen.“ Andere machten sich über den Vorfall lustig - andere solidarisierten sich mit ihr und forderten die County auf, die üblen Kommentare zu löschen. Die Sprecherin der Polizeistelle antworte aber nur mit der Aussage, bei ihnen würden keine Kommentare gelöscht werden. 

Polizeichef dafür bekannt unangebrachte Posts zu veröffentlichen

Der Pasco-County-Polizeichef ist laut Tampa Bay Times dafür bekannt, unangebrachte Bilder und Mitteilungen zu posten. So veröffentlichte er Kamerabilder von Beamten, die sie bei der Verhaftung von Menschen zeigen und fordert die Bürger gleichzeitig auf, ihre Häuser nach 21 Uhr abends gut zu verschließen. Durch solch reißerische Posts erreichte die Polizeistelle bisher schon 87.000 Follower auf Facebook. Viele Postings sind dabei ziemlich kontrovers. Im November beispielsweise postete der Sheriff ein Bild mit dem Titel: „Trauriger Krimineller des Tages“. Auf dem Bild zu sehen: Ein Mann, der in Handschellen gelegt wurde. Er weint, während die Beamten an seinen Dreadlocks ziehen.

Felicia Nevins ist geschockt über die Vorgehensweise des Polizeichefs: „Alles was ich will ist es, Mutter zu werden - und dafür werde ich jetzt beschimpft. Das wollte ich alles nicht,“ beklagte sich die 26-Jährige. „Ich sehe darin absolut keinen Witz. Ich werde dem Service der Polizeistelle nicht mehr trauen - wenn sie denken, es wäre okay, ihre Bürger bloßzustellen. Deshalb hat Nevins auch das einzige in ihrer Macht stehende getan: Sie ist dem Facebook-Kanal der Pasco County entfolgt. 

nm

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