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Rassismus in Berliner U-Bahn

Er sah nicht deutsch genug aus: Frau verweigert jungem Mann Sitzplatz

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In einer Berliner U-Bahn kam es zu dem unglaublichen Vorfall.

Farid Boucher wollte sich in der U-Bahn neben eine Frau setzen. Doch aus rassistischen Gründen verweigerte sie ihm den Sitzplatz neben sich. Jetzt wandte sich der Student an die Öffentlichkeit - mit einem Appell.

Berlin - Rassistische Begegnungen gehören leider oft zum Alltag in unserer Gesellschaft. Diese Erfahrung musste unlängst auch der Student Farid Boucher machen. Aus diesen Gründen veröffentlichte er auf huffingtonpost.de einen Brief, in dem er eine unfassbare Begebenheit schildert - und in dem er an die Menschen appelliert.

Boucher erzählt in dem offenen Brief, wie er unterwegs zum Berliner Alexanderplatz war, als er sich in der vollen U-Bahn neben eine Frau setzen wollte. Die hatte laut seiner Beschreibung weißes Haar, blaue Augen und war groß gebaut, zudem schätzte er sie auf Ende 50, Anfang 60.

„Das ist mein Land“

Doch als er neben ihr Platz nahm, reagierte die Frau augenblicklich feindselig: „Warum setzt du dich neben mich? Das ist mein Land. Ich will nicht, dass so jemand wie du neben mir sitzt“, soll sie gesagt haben.

Der Student bemühte sich, trotz der Aussage freundlich zu bleiben. Er bot ihr an, sie könne sich gerne umsetzen, doch die Frau wurde zunehmend beleidigend - sie beschimpfte ihn als „Du armer brauner Wicht“. 

Andere in der U-Bahn verfolgten die Konversation, ein anderer dunkelhäutiger Junge meinte zu ihm: „Lass es, das ist es nicht wert.“ 

Doch der Student verlor nicht den Mut und diskutierte weiter mit der Frau, das Thema Rassismus könne er nicht einfach hinnehmen. Als sie ihn auf seine Herkunft und die der Eltern ansprach, die bei allen deutsch ist, meinte sie nur: „Ja klar, auf dem Papier, du ... .“

„Die Öfen sind noch intakt“

Die verbalen Attacken nahmen auch in der darauf folgenden Diskussion kein Ende. Eine weitere Aussage der Frau lautete: „Ja ja, du wirst schon sehen, die Öfen sind noch intakt.“

Am Ende stand Farid Boucher auf. Er zeigte um sich, auf die anderen Fahrgäste, erklärte ihr, dass alle um sie herum Deutsche seien - außer ihr. Denn als er auf sie zeigte, sagte er nur: „Nazi, nicht Deutsche.“

Die restliche Fahrt über setzte er sich wieder neben sie, ignorierte ihre bösen Blicke. Doch seine Erfahrung musste er teilen. Deshalb verfasste er den Brief in der Hoffnung, möglichst viele Menschen mit seiner Botschaft zu erreichen: Rassismus keine Chance zu geben und Menschen in einer ähnlichen Lage zu helfen. „Lasst uns gemeinsam dafür einstehen, dass unser gesellschaftliches Klima nicht immer weiter verroht“, schrieb Boucher und bat: „Wenn ihr solche Angriffe seht, mögen sie verbaler oder körperlicher Art sein, helft den Betroffenen, sich zu wehren. Und zeigt ihnen, dass Deutschland besser ist.“

Video: Rassismus-Experiment macht die Testpersonen sprachlos

Video: Glomex

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