Golf von Paradiso

Unglück in Italien: Friedhof ruscht ins Meer - 200 Särge schwimmen im Wasser

Unglück in Italien: Dorffriedhof Camogli stürzt ins Meer.
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Unglück in Italien: Dorffriedhof stürzt ins Meer.

Stein und Geröll rissen einen Friedhof an der ligurischen Küste ins Meer. Hunderte Särge wurden ins Meer gespült. Ein beispielloser Einsatz nach dem Unglück läuft. 

Rom - Der Friedhof von Camogli bei Genua liegt genau an einer felsigen Klippe. Ein Teil des Dorffriedhofs ist bei einem Erdrutsch ins Meer gestürzt. Einsatzkräfte versuchen alle Särge aus dem Wasser zu bergen, teilt die italienische Feuerwehr Vigili del Fuoco via Twitter mit. Taucherteams der Feuerwehr, Boote der Küstenwache sowie ein Hubschrauber sind bei der heiklen Suche vor Ort.

Unglück in Italien: Erdrutsch auf dem Friedhof - 200 Särge stürzten in Meer

Zweihundert Särge schwimmen im Golf von Paradiso, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Zwei Kapellen wurden demnach bei dem Erdrutsch am Montag (22. Februar) in die Tiefe gerissen. Etwa zehn Särge wurden bisher geborgen.

Die Ursachen sind zunächst noch unklar. Eine Erosion der Klippe unterhalb des Friedhofs sei für den Abbruch verantwortlich gewesen, heißt es vonseiten lokaler Behörden. Heftige Stürme in den letzten Jahren hatten Italien und auch Liguriern getroffen. Diese hätten die Erosion wohl verstärkt.

Friedhof stürzt ins Meer: Ursache noch unklar - Krisenstab tagt

Einige Arbeiter, die mit Renovierungsarbeiten am Friedhof beschäftigt waren, hörten das Geröll und konnten sich in Sicherheit bringen. Von dem Moment kurz vor dem Zusammenbruch kursiert ein Video in den sozialen Netzwerken. Wahrscheinlich haben es die Arbeiter gefilmt.

„Die letzten Tage waren seltsam knarrende Geräusche zu hören gewesen“, erzählte Stadtrat Tino Revello Ansa. Das Gebiet habe seit einiger Zeit unter Beobachtung gestanden. An der Vorderseite des Erdrutschs werden inzwischen Untersuchungen zur Stabilität der Klippe durchgeführt. Dutzende Häuser müssten vielleicht evakuiert werden. Noch sei die Lage unklar. Ein Krisenstab will am Dienstagnachmittag entscheiden.

Friedhof von Camogli in Italien: 200 Särge schwimmen nach Unglück im Meer

Der Friedhof von Camogli ist wegen seines atemberaubenden Meerblickes als letzte Ruhestätte beliebt. Auch Menschen, die nicht im berühmten Badeort leben, bitten darum, Verstorbene auf dem Friedhof beerdigen zu können.

Sturmtief „Alex“ hatte im Oktober 2020 in Norditalien und Südfrankreich für eine dramatische Lage gesorgt. Wassermassen verwüsteten auch einen Friedhof in den Bergen von Nizza. Bei der Überschwemmung des Friedhofs von Tende wurden etwa 150 Friedhofsleichen weggeschwemmt, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Bürgermeister berichtete. Die Leichen seien damals nach und nach im Umkreis der Gemeinde wiedergefunden worden. (ml) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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