Friedrich der Große – Monarch und Ästhet

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Friedrich der Große setzte sich mit dem Neuen Palais in Potsdam selbst ein Denkmal – bis zum 28. Oktober öffnet das Prachtschloss seine Pforte für die einzigartige Schau „Friederisiko“.

Friedrich der Große wollte bewundert werden: als erfolgreicher Feldherr, aufgeklärter Monarch, kunstsinniger König. Anlässlich seines 300. Geburtstags wirft die Ausstellung „Friederisiko“ in Potsdam einen Blick hinter die Maske des Königs. Beim Hirmer Verlag ist jetzt der Katalog dazu erschienen.

Friedrich der Große und „Friederisiko“

Friedrich der Große widmete sich hingebungsvoll der Musik und Kunst und umgab sich mit Dichtern und Denkern seiner Zeit. Gleichzeitig führte er erbitterte Kriege gegen halb Europa, um seine Macht auszubauen. Diesen Gegensätzen geht die spektakuläre Ausstellung „Friederisiko“ im Neuen Palais in Potsdam auf den Grund.

Die Schau zu seinem 300. Geburtstag nimmt den Besucher mit auf eine faszinierende Zeitreise in das 18. Jahrhundert – als Friedrich der Große in seinem barocken Vorzeigeschloss Gäste empfing. Goldene Stuckdecken, kostbare Parkettböden und Halbedelsteine an den Wänden zeugen von dem unermesslichen Luxus, den sich der Preußenkönig leistete. Ein 1,5 Kilometer langer Steg zieht sich durch 72 Prunkräume und führt den Besucher vom imposanten Konzertzimmer über die prächtige Marmorgalerie bis hin zu Friedrichs Arbeitszimmer.

Elf Themenbereiche rund um die Person Friedrichs verteilen sich auf die Räume, die zum Teil erstmals zugänglich sind. „Das Schloss gewährt intime Einblicke in Friedrichs Persönlichkeit und spiegelt in einmaliger Weise sein Kultur-, Politik- und Selbstverständnis wider“, heißt es in dem gleichnamigen Katalog zur Ausstellung, der beim Hirmer Verlag erschienen ist.

Friedrich der Große – ein Mensch voller Widersprüche

Was den König antrieb und seinen Charakter formte, beschäftigt vor allem die neuere Forschung. Ihre Erkenntnisse flossen in die Ausstellung „Friederisiko“ ein. Ein Bereich befasst sich vor allem mit den Jugendjahren Friedrichs. Sein Vater wollte schon früh einen ergebenen und begeisterten Soldaten aus ihm machen – so wie er selbst einer war. Doch Friedrich interessierte sich mehr für Musik, nahm heimlich Flötenunterricht. Dafür bestrafte ihn sein Vater mit Schlägen und Missachtung.

Friedrich rebellierte Zeit seines Lebens gegen seinen Vater und wollte doch nichts weniger als dessen Anerkennung. Er distanzierte sich von ihm, indem er sich in eine Parallelwelt aus Musik und Literatur flüchtete. Gleichzeitig wurde er Soldat und erfolgreicher Feldherr, wie es sich sein Vater immer gewünscht hatte. Seine traumatischen Erlebnisse mit dem überstrengen Vater prägten ihn und erklären sein späteres, oft widersprüchliches und riskantes Handeln – das steht für die Historiker fest.

Wie Friedrich „der Große“ wurde

Der Themenbereich „Risiko und Ruhm“ der Ausstellung widmet sich dem König als Feldherr und Erbauer des Neuen Palais. Friedrich der Große strebte nach Macht und Anerkennung. Dabei riskierte er sogar den Untergang des preußischen Königreichs. Sein Hang zum Risiko machte ihn erst zu „dem Großen“, als der er in die Geschichte einging – dies greift der Titel der Ausstellung „Friederisiko“ auf.

Seinem Triumph im Siebenjährigen Krieg setzte Friedrich der Große mit dem Bau des Neuen Palais ein Denkmal. Nach dem Vorbild von Versailles sollten das Prachtschloss und der anschließende Garten seinen Ruhm und seine Größe verherrlichen. Bis ins Detail kümmerte er sich um den Bau – von den Plänen bis zur Einrichtung mit exquisiten Schildpattmöbeln, die bis zum 28. Oktober in der Ausstellung zu sehen sind.

Wer sein Wissen über Friedrich den Großen vertiefen möchte, findet in dem mehr als 400-seitigen Katalog des Hirmer Verlags aufschlussreiche Texte zum Preußenkönig und zahlreiche Abbildungen der rund 500 Exponate.

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