Aber nicht nur deshalb

Fritz-Kola kassiert Shitstorm wegen "Schniblo"-Post

Köln - Fritz-Kola kassiert im Moment einen gewaltigen Shitstorm wegen eines Facebook-Postings. Und der hat nicht nur einen Grund.

Er wird gefeiert als männliche Antwort auf den Valentinstag: der "Schnitzel Blowjob Tag" - kurz: Schniblo. Worum es geht? Im Grunde selbsterklärend. Nur so viel: die Frau soll ihren Liebsten an diesem Tag mit zwei Dingen besonders glücklich machen. Doch nicht alle finden den Schniblo so pfiffig wie die Maskulinisten. Ein Grund, warum ausgerechnet Fritz-Kola nun ordentlich Ärger am Hals.

Was war geschehen? Der Schniblo-Tag findet exakt einen Monat nach dem Valentinstag statt, also am 14. März. An diesem Tag postete das Unternehmen bei Facebook eine Grafik. Sie zeigte eine Flasche Fritz-Kola, daneben eine Packung von "Rügenwalder Mühle - Vegetarische Mühlen Schnitzel", dahinter der Schriftzug "Schlaf ist aus". Dazu schrieb der Softdrink-Hersteller: "Fritz-Kola und Rügenwalder Mühle wünschen einen entspannenden Feierabend #schniblo".

fritz-kola und Rügenwalder Mühle wünschen einen entspannenden feierabend ;) #schniblo

Posted by fritz-kola on Montag, 14. März 2016

Neben mehr als 200 Likes kassierten die Verfasser aber auch einen ordentlichen Shitstorm. Denn: Nicht wenige empfinden den Schniblo als sexistisch. "Schniblo degradiert Frauen zu blaswilligen Objekten", schreibt zum Beispiel das Netzwerk Indyvegan in den Kommentaren unter dem Post. "Durch die Gegenüberstellung mit den Valentinstag wird damit einmal mehr das Bild reproduziert: Männer schenken Frauen Blumen, Frauen schenken Männern ihre Körper." Ein anderer Facebook-User droht: "Hoffentlich gibt es dafür bald eine Entschuldigung gegenüber allen Frauen und ein klares Statement für Frauenrechte und gegen Sexismus in der Werbung, sonst seid ihr bei mir durch."

Wisst ihr schon was "schniblo" ist?"Schniblo" ist die Abkürzung für den "Schnitzel & Blowjob-Tag". Ein Feiertag den...

Posted by Indyvegan on Dienstag, 15. März 2016

Aber nicht nur das Frauenfeindliche stößt vielen sauer auf, auch die Präsentation des  Rügenwalder-Produkts nervt die User. "Ihr bezeichnet euch explizit als vegan und dann arbeitet ihr ausgerechnet mit Rügenwalder zusammen", kritisiert eine Userin. "Traurig, dass ihr es so nötig habt und Werbung mit einem massenmörderischen Fleischkonzern macht", beschwert sich eine andere. Und zumindest hier lenkte Fritz-Kola ein und postete ein Statement: "Wir möchten klarstellen, dass es keine Kooperation zwischen uns und der Rügenwalder Mühle gibt. Es handelt sich um einen Scherz im Rahmen des gestrigen Tages und kommt nicht wieder vor!" 

So ganz stellte das die User natürlich nicht zufrieden. Offen blieb nämlich noch die Frage, die eine Userin in den Raum stellte und dafür viele Likes absahnte:  "Wann distanziert ihr euch von dem ekeligen frauenverachtenden schniblo?" Eine Antwort darauf ist das Unternehmen noch schuldig.

mes

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