„Dieses Foto ist so traurig“

Marine entdeckt seltenes Tier vor Urlaubsinsel – Foto sorgt aber auch für Ärger

Die Art „Oxynotus Centrina“ ist vom Aussterben bedroht. Nun strandete ein Exemplar vor Elba. Die Facebook-Gemeinde triggern zwei Fotos des Funds ziemlich.

Elba - Die Haut ist borstig, die Augen riesig, und es hat einen Buckel. Vor einer Urlaubsinsel wurde ein äußerst selten gesichtetes Tier geborgen. Nun erhält das Reiseunternehmen, das ein Foto des Funds postete, viele „Wow“-Reaktionen – deren Social-Media-Mitarbeiter haben aber auch einiges zu tun, die erregte Facebook-Debatte zu moderieren.

Die „Gefleckte Meersau“ (wissenschaftlich: Oxynotus Centrina) wurde Berichten zufolge* bereits am 19. August vor der italienischen Insel Elba von der Marina geborgen. Sofortige Untersuchungen der Hafenbehörde konnten nur noch den Tod des Tieres feststellen. Die Haiart aus der Gattung der Schweinshaie ist vom Aussterben bedroht. Sie lebt vor allem im Ostatlantik und Schwarzen Meer in einer Tiefe zwischen 100 und 700 Metern.

Foto von seltenem Tier auf Facebook: „Euch fehlt das Fingerspitzengefühl“

Hunderte User, die den Fotopost von „Isola d‘Elba“ zu Gesicht bekommen, reagieren mit dem weinenden Emoji. Für Verwirrung sorgte nämlich die Frage, ob das Tier tot oder lebendig geborgen wurden. „Das war meine Schuld, und ich entschuldige mich“, schreibt der Moderator oder die Moderatorin als Antwort auf irritierte Kommentare. „Ich habe es für selbstverständlich gehalten, dass ein Tier, das in 500 Metern Tiefe lebt, nur tot auf dem Festland aufschlagen würde“, so die Erläuterung.

Für unangemessen hält es ein Teil der Kommentierenden auch, das Foto des Kadavers überhaupt zu zeigen. Üblicherweise postet „Isola d`Elba“ Inselpanoramen in leuchtenden Farben auf Facebook. „Ich habe den Eindruck, dass dieses Foto nicht gut ankommt“, kommentiert eine Userin den Thread. „Euch fehlt offenbar das Fingerspitzengefühl. Dieses Foto ist so traurig“, findet eine andere.

Vor Elba wurde ein seltenes Tier entdeckt.

An einer Stelle rudert das Social-Team der Seite komplett zurück: Man habe nicht erwartet, eine solche Kontroverse auszulösen, sondern nur ein seltenes Tier zeigen wollen. Gelöscht hat das Unternehmen den Post nicht. Seit vergangenen Freitag haben ihn mehr als 600 Facebook-User geteilt.

Erst vergangenen Monat wurde ein ungewöhnliches Wesen aus dem Wasser gezogen, und zwar vor der US-Küste. (frs) *Merkur.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Robert Harding/Imago

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