So etwas gab es noch nie

Weltweit erster bekannter Fall: Mumien-Fund von Wissenschaftlern eröffne „neue Möglichkeiten“

Mumien-Ausstellung im New Yorker Naturkundemuseum
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Die Nachahmung einer Mumie liegt am 16.03.2017 in einem CT-Scanner in der Ausstellung „Mummies“ im New Yorker Naturkundemuseum. (Symbolbild).

Das gab es so noch nie und eröffnet Wissenschaftlern völlig neue Perspektiven. Eine Mumie enthüllt Erstaunliches.

Warschau - Mumien sind mystische Gestalten. Geheimnisvolle Figuren, die als Basis für viele Gruselfilme gelten. Doch für die Wissenschaft sind die altertümlichen Mumien viel wert und liefern immer wieder neue Erkenntnisse zum Leben vor 2000 Jahren. Polnische Wissenschaftler haben bei einer ägyptischen Mumie nun Außergewöhnliches gefunden.

Sie haben die Überreste eines Fötus in einer rund 2000 Jahre alten ägyptischen Mumie entdeckt. Dies sei der weltweit erste bekannte Fall einer „schwangeren einbalsamierten Leiche“, heißt es in einem Artikel in der Fachzeitschrift „Journal of Archaeological Science“, wie die AFP berichtet. Entdeckt wurde der Fötus bei Untersuchungen einer Mumie, die seit 1917 im Nationalmuseum Warschau ausgestellt wird.

Fund: Mumie für Wissenschaftler besonders

Die Anthropologin und Archäologin an der Universität Warschau Marzena Ozarek-Szilkeh erklärte am Donnerstag, dass der Ehemann und sie hätten auf Röntgenbildern „einen für Eltern von drei Kindern vertrauten Anblick“ gesehen - „einen kleinen Fuß“. Bei weiteren Scans sei auch der Rest der Fötus ausgemacht worden.

„Wir wissen nicht, warum der Fötus während der Mumifizierung nicht aus dem Bauch der Verstorbenen genommen wurde“, sagte der an dem Projekt beteiligte Wojciech Ejsmond von der Polnischen Akademie der Wissenschaften. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Frau zwischen 20 und 30 Jahre alt und in der 26. bis 30. Schwangerschaftswoche war.

Mega-Fund für Wissenschaftler gibt noch Rätsel auf

Doch warum wurde der Fötus nicht entommen? Was könnte dabei eine Rolle spielen? Für Ozarek-Szilke könnten die Einbalsamierer versucht haben, die Schwangerschaft zu verheimlichen. Vor allem der „Zusammenhang mit dem Glauben und der Wiedergeburt im Jenseits“, könnte eine Rolle spielen.

Bislang sind nach Angaben der Wissenschaftler keine weiteren Fälle „schwangerer einbalsamierter Leichen“ bekannt. Der Fund eröffne „neue Möglichkeiten der Erforschung der Schwangerschaft im Altertum und der Praktiken im Zusammenhang mit Mutterschaft“, schreiben die Forscher in ihrem Fachartikel. Die ägyptische Mumie gelangte bereits im 19. Jahrhundert nach Polen.

Erst im Februar machten Wissenschaftler auf der Suche nach dem Kleopatra-Grab eine unverhoffte Entdeckung. Ein anderer Fund war für die Suchenden äußerst selten. (ank mit AFP)

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