Funktionelles Training – viel Lärm um nichts?

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Die Kombination aus isoliertem Krafttraining und funktionellem Training bringt Sie ans Ziel.

In den USA arbeiten viele Profi-Sportler mit funktionellem Training. Das bedeutet, dass natürliche Bewegungsabläufe beim Workout im Vordergrund stehen. Auf isoliertes Krafttraining wird dabei verzichtet. Doch ist diese Trainingsform wirklich effektiv? Wir werfen einen Blick auf den Fitness-Hype.

Was steckt hinter „Functional Training“?

Nicht nur Prominente wie Angelina Jolie oder Penelope Cruz scheinen vom Fitness-Trend Functional Training begeistert. Im eigenen Fitness-Studio stößt man immer öfter auf diese Form des Trainings. Die Vorteile klingen auf den ersten Blick einleuchtend:

  • Das Workout setzt auf natürliche Bewegungsmuster, die dem Sportler vertraut sind.
  • Der Körper muss das Zusammenspiel seiner Muskeln selbst organisieren.
  • Die Tiefenmuskulatur wird erreicht und gestärkt.
  • Durch vielseitiges Training minimiert sich das Verletzungsrisiko.
  • Die Übungen sind ortsunabhängig und auf kleinem Raum durchzuführen.

In Deutschland wurde Funktionelles Training 2006 auf einen Schlag bekannt. Die Fußball-Nationalmannschaft hat sich mit dieser Methode auf die Weltmeisterschaft vorbereitet.

Nicht immer bedeutet funktionell auch funktionell

Für Sportverletzungen weniger geeignet

Egal, ob Athlet oder Freizeitsportler, Sportunfälle kommen vor. In der Folge von Sportverletzungen müssen die Betroffenen ihre Kraft langsam, kontrolliert und gezielt wiederaufbauen. Hier kann sich funktionelles Training kontraproduktiv auswirken: Manche Blessuren sind so stark, dass der Körper seine Muskeln schlichtweg nicht selbst organisieren kann. Ohne eine stärkende Grundlage durch isoliertes Krafttraining ist keine vernünftige Rehabilitierung möglich.

Fehlender Anreiz für Profis

Die Idee, ohne Geräte zu schwitzen, klingt zunächst genial. Nur: Training ist nicht gleich Training und das gilt vor allem bei der Kraftzunahme. Damit Sie gezielt Muskeln aufbauen, müssen Sie eine bestimmte Reizschwelle immer wieder durchbrechen. Bleiben Sie darunter, stellt sich keine Kraftsteigerung ein. Da Sie beim funktionellen Training nur mit dem eigenen Körpergewicht und Koordinationsübungen konfrontiert werden, können besonders austrainiertere Personen schnell an die Grenzen gelangen.

Die Mischung macht den Unterschied

Die gute Nachricht vorweg: Sie können klassisches Krafttraining und funktionelles Training kombinieren. Das funktionelle Training bietet hervorragende Übungen, die die sensomotorischen Fähigkeiten schulen und die Koordinationssinn verbessern. Außerdem können Sie die Kraftübungen, in Ihren Trainingsplan integrieren. Auf der anderen Seite sollten Sie aber das klassische Krafttraining nicht vernachlässigen. Kraftzugewinn ist so gezielt und kontrolliert möglich. Dies gilt vor allem, wenn Sie sich in einer Regenerationsphase befinden oder bereits einen hohen Leistungslevel erreicht haben. Ein gutes Workout hat Platz für beide Ansätze.

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