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Mitten in der Nacht: Politikerin fährt in den Wehen mit Lastenrad zur Klinik und bringt Kind zur Welt

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Von: Marcus Giebel

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Eine Frau fährt stehend auf einem Lastenrad durch die Nacht
Wo bitte geht‘s hier zur Klinik? Julie Anne Genter radelt ihrer Entbindung entgegen. © Facebook/@JulieAnneGenter

Um zur Entbindung ins Krankenhaus zu fahren, nehmen die wenigsten Menschen das Rad. Schon gar nicht, wenn sie das Kind in sich tragen. Für eine Politikerin ist das aber nichts Ungewöhnliches.

München - Das nennt man wohl Prinzipientreue auch in anderen Umständen. Eine neuseeländische Grünen-Politikerin ist per Lastenrad in die Klinik gefahren, wo sie kurz nach der Ankunft entbunden wurde. Schon bei der Geburt ihres ersten Kindes hatte Julie Anne Genter den Weg ins Krankenhaus radelnd zurückgelegt.

Die Geschichte dürfte auch die Grünen in Deutschland erwärmen, schließlich verlief die Tour ziemlich klimaneutral. Und ihr Herz für Lastenräder hat die Öko-Partei während des Bundestagswahlkampfes ja bereits bewiesen.

Per Lastenrad zur Entbindung: „Wehen waren noch gar nicht so schlimm, als wir losfuhren“

Aber zurück ans andere Ende der Welt. So wirklich geplant war es laut Genter diesmal nicht, die Strecke zur Entbindung zu radeln. Doch irgendwie hat es sich dann so ergeben. Die gebürtige US-Amerikanerin verriet selbst auf Instagram und Facebook: „Meine Wehen waren noch gar nicht so schlimm, als wir uns um zwei Uhr nachts auf den Weg machten.“

Das änderte sich jedoch rasch: „Sie kamen im Abstand von zwei oder drei Minuten und wurden immer schneller, als wir zehn Minuten später ankamen.“ Wie die 41-Jährige hinzufügte, zeigt sie eines der beigefügten Fotos direkt nach einer Wehe lächelnd in der Parkgarage.

Per Lastenrad zur Entbindung: Partner schläft nach Geburt mit Tochter im Schoss ein

Außerdem ist zu sehen, wie die einstige Frauenministerin durch die Nacht saust, wie sie nach der Ankunft mit ihrem Partner Peter Nunns um die Wette lächelt, wie beide sich gemeinsam über den Neuankömmling freuen und wie er mit dem Baby auf dem Schoss völlig geschafft auf einem Sessel vor sich in döst. Genter kommentierte: „Erstaunlicherweise schläft die gesunde Kleine, wie auch ihr Vater.“ Verständlich, nach all der Aufregung. Geburten verlangen eben gerade Männern eine ganze Menge ab.

Nunns hätte eigentlich die Aufgabe des Chauffeurs übernehmen sollen - natürlich auf dem Lastenrad. Doch mit seiner schwangeren Partnerin sowie der Tasche für den Klinikaufenthalt an Bord wäre das Gefährt doch etwas zu schwer geworden. So musste Genter eben wieder selbst strampeln - wie bereits 2018, kurz bevor ihr gemeinsamer Sohn zur Welt kam.

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Per Lastenrad zur Entbindung: Dank Strampelei „in bestmöglicher Stimmung“ angekommen

Damals machte sie ebenfalls Schlagzeilen und betonte laut dem neuseeländischen Portal Stuff, es sei „im Auto nicht genug Platz für die gesamte Crew“ gewesen. Aber so habe sie sich im entscheidenden Moment „in bestmöglicher Stimmung“ befunden. In der Vergangenheit hatte Genter mehrere Fehlgeburten erlitten.

Mittlerweile hat die kleine Familie aber eine stattliche Größe erreicht. Und die mitteilungsfreudige Politikerin schrieb: „Ich fühle mich gesegnet, eine solch exzellente Pflege und Unterstützung von einem großartigen Team genießen zu dürfen, während sich alles zu einer schnellen und (zum Glück unkomplizierten Geburt) entwickelt hat.“

Nicht einmal 45 Minuten nach der Ankunft des Rad-begeisterten Paares erblickte die Tochter das Licht der Welt. „Um 3.04 Uhr haben wir das neueste Mitglied unserer Familie begrüßt“, jubelte Genter. Das ging also wirklich fix. Ob sie damit womöglich sogar einen neuen Trend losgetreten hat? (mg)

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