Mythos oder Fakt?

Wie gefährlich sind brennende Elektroautos wirklich?

Feuerwehr löscht brennenden PKW
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Brennender PKW

Elektroautos haben viele Vorteile, kämpfen aber auch mit einem schlechten Ruf. Besonders die Brandgefahr der Batterie gilt als Risiko. Wie gefährlich sind sie wirklich?

München - Die Theorie der extremen Brandgefahr bei Elektroautos gilt schon längst als widerlegt. Dennoch sind viele Verbraucher skeptisch und bleiben bei Diesel und Benziner. Nicht nur die geringe Reichweite von E-Autos (tz.de* berichtete) schreckt potentielle Käufer ab. Auch die angeblich höhere Brandgefahr von Elektroautos steht immer wieder zur Diskussion.

Dabei sind Brände bei Autos eigentlich nichts Außergewöhnliches, wie die Statistiken zeigen. Auch Verbrenner fangen verhältnismäßig häufig Feuer. In die Schlagzeilen geraten dagegen oft nur brennende Elektroautos. Es wird sogar behauptet, dass sich die Elektroautos* von selbst entzünden und die Feuerwehr die Brände nicht löschen könne, berichtet t3n.de.

Der Mythos um das brennende Elektroauto

2017 wurden laut t3n.de 40.000 Fahrzeugbrände im Jahr vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft erfasst. Zu dieser Zeit war noch lange nicht an einen Elektroauto-Boom zu denken. Bei 15.000 Fällen davon handelte es sich tatsächlich um Brände, beim Rest um Schmorschäden beziehungsweise infolge dieser um Kurzschlüsse.

Sind E-Autos häufiger von Bränden betroffen? Oder tatsächlich gefährlicher, wenn sie in Flammen stehen? Die Dekra schreibt zur Brandgefahr bei E-Autos in Tiefgaragen: „Hochvoltsysteme werden bei Unfall zuverlässig abgeschaltet. Schadenbilder vergleichbar mit konventionell angetriebenen Fahrzeugen. Auch bei starker Deformation der Antriebsbatterie kein Brandausbruch. Moderne Elektrofahrzeuge sind auch während des Ladevorgangs so sicher wie jedes andere geparkte Fahrzeug. Auch das Parken in einer Tiefgarage stellt kein Problem dar, da die verwendeten Batterien moderner Elektrofahrzeuge nicht ausgasen.“

Experten stellen klar: Ein Elektroauto brennt nicht häufiger und auch nicht schneller als Diesel oder Benziner. Elektroautos bieten viele Vorteile - begonnen beim Lautstärkepegel. Es fühlt sich im E-Auto vieles anders an.*

Elektrofahrzeuge können von der Feuerwehr gelöscht werden

Der entscheidende Unterschied bei den Auto-Bränden sind die Lithium-Ionen-Akkus der Elektroautos. Diese brennen eben anders. Es ist sehr viel Wasser nötig, um die chemischen Prozesse durch Kühlung in den Akkus zu stoppen. Dazu muss es aber auch erst einmal kommen, nicht jede Fahrt mit dem E-Auto endet in einem Inferno*.

Und Fakt ist auch: Nicht jeder Brand im Fahrzeug führt zu einer Reaktion in den Lithium-Ionen-Akkus. Dazu muss eine lange Hitzeeinwirkung stattfinden. Doch selbst dann ist es der Feuerwehr möglich, den Brand zu löschen*.

„Aufgrund der aktuellen Berichterstattung in den verschiedensten Medien erscheint es wichtig zu betonen, dass auch Elektrofahrzeuge von den Einsatzkräften der Feuerwehr gelöscht werden können“, so Peter Bachmeier, Leitender Branddirektor und Vorsitzender des Fachausschusses Vorbeugender Brand- und Gefahrenschutz der deutschen Feuerwehren gegenüber t3n.de. „Dies gestaltet sich unter Umständen etwas schwieriger als die Brandbekämpfung von herkömmlich angetriebenen Fahrzeugen. Jedoch nicht komplexer oder gefahrbringender als etwa ein Brand eines gasbetriebenen Kfz“. Der Feuerwehrverband sagt außerdem, dass das „Sperren einer Garage für alternativ angetriebene Pkw* aus brandschutztechnischer Sicht nicht angezeigt ist.“

Das größte Risiko besteht aktuell im Abtransport der ausgebrannten Elektroautos. Die Fahrzeuge können dabei erneut in Brand ausbrechen. Doch selbst dafür gibt es inzwischen sichere Verfahren. *tz.de ist ein Angebot der IPPEN.MEDIA.

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