Gefängnis-Ausbruch Aachen: Beamter hat geholfen

Aachen - Im Prozess um den Ausbruch der zwei Schwerverbrecher aus einem Gefängnis in Aachen hat ein Beamter am Dienstag seine Mithilfe gestanden.

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Der Gefängnis-Beamte ließ am Dienstag im Gericht eine Erklärung dazu verlesen. Danach hat der Beamte den Gefangenen Michael Heckhoff (51) und Peter Paul Michalski (47) die Türen geöffnet. Außerdem gab er ihnen an der Pforte Waffen und Munition. Im Gegenzug sollen sie ihm einen Anteil der Beute aus späteren Banküberfällen versprochen haben.

Auf ihrer Flucht durch Nordrhein-Westfalen hatten die Verbrecher vor einem halben Jahr nacheinander sieben Menschen als Geiseln genommen.

Gewaltverbrecher auf der Flucht

Den beiden Schwerverbrechern Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski gelang am 26. November der Ausbruch aus der Justizvollzugsanstalt Aachen. Nun wurden beide gefasst. © dpa
Peter Paul Michalski (46) gilt als brutal und rücksichtslos. © dpa
Fünf Tage war er auf der Flucht. © dpa
Dann schnappte ihn die Polizei auf der Bundesstraße 58 bei Schermbeck am Niederrhein. © ap
Michalski war auf einem silbernen Damenfahrrad unterwegs. © dpa
Der Medienrummel war groß. © dpa
Nach über fünf Tagen sind nun beide Schwerverbrecher wieder im Gefängnis. © dpa
Michael Heckhoff (50) war 1992 an einer Geiselnahme in der sauerländischen Justizvollzugsanstalt Werl beteiligt. Damals hatte er mit einem Mithäftling einen Zahnarzttermin genutzt, um drei Justizbeamte und drei Arzthelferinnen in seine Gewalt zu bringen. Beim Zugriff der Polizei übergoss Heckhoffs Kumpan zwei der Geiseln mit einer brennbaren Flüssigkeit und zündete sie an. Die Frauen erlitten schwere Verbrennungen. © dpa
SEK-Beamte stehen vor dem Haus in Mühlheim/Ruhr, in dem Heckhoff gefasst wurde. Ihn konnte die Polizei bereits am Sonntag in Mülheim festnehmen. © dpa
Mit diesem Fluchtfahrzeug waren die beiden Flüchtlinge in Mühlheim unterwegs. © dpa
Wie Heckhoff in einem Interview berichtet, hatten sie die Waffe in der JVA Aachen gekauft. © dpa
Heckhoff berichtet, er habe von einem Wärter den Schlüssel bekommen und auf den Kopierer gelegt. © dpa
Am Donnerstag konnten die beiden Verbrecher aus der JVA fliehen. © dpa
Seitdem wurde mit einem Großaufgebot gefahndet. © dpa
In der Nacht zum Freitag untersuchten Polizisten den Eingang der Justizvollzugsanstalt in Aachen. © dpa
Eine Beamtin steht im Gang vor den Gemeinschaftsräumen der Justizvollzugsanstalt in Aachen. © dpa
Häftlinge der Justizvollzugsanstalt Aachen stehen im Gang vor ihren Zellen. © dpa
Der Eingang der Justizvollzugsanstalt in Aachen. © dpa
Kurz nach ihrem Ausbruch hatten sich die beiden Kriminellen in ein Taxi gesetzt und den Fahrer aufgefordert, sie nach Kerpen-Buir zu fahren. © dpa
Dort zwangen sie den Fahrer, gemeinsam mit ihnen in ein anderes Taxi zu steigen und weiter nach Köln zu fahren. © dpa
Vom Bahnhofsvorplatz am Dom aus flüchteten die Verbrecher zu Fuß in die Innenstadt. © dpa
Die beiden Taxifahrer ließen sie frei. Sie erlitten einen Schock. © dpa
Danach verlor sich voerst die Spur, bis Heckhoff am Sonntag wieder auftauchte und in Mühlheim festgenommen werden konnte. © dpa
Mit der Festnahme von Michalski am Dienstag, ist die tagelange Fahndung nach den beiden Schwerverbrechern nun zu Ende. © dpa

Am zweiten Prozesstag wurden außerdem Ungereimtheiten im Umfeld der Flucht bekannt. Heckhoff und Michalski verfügten schon im Gefängnis über Handys. Ein Handy, das die Verbrecher nutzten, war vorher in Bielefeld in Betrieb und dann vom 6. Oktober an in Aachen. Wie das Handy ins Gefängnis in Aachen kam, konnte bisher nicht geklärt werden.

Die Verteidiger sagten, Heckhoff und Michalski hätten nicht etwa heimlich nachts telefoniert, sondern am Nachmittag, wo sie eigentlich unter Aufsicht arbeiten mussten.

Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski: Die beiden Verbrecher konnten aus der JVA Aachen ausbrechen.

Ungeklärt blieben auch zwei Siegelbrüche im Gefängnis. Nach dem Ausbruch hatten Beamte die Zellen von Michalski und Heckhoff durchsucht und versiegelt. Diese Siegel wurden beschädigt. Obwohl Beweismittel hätten verschwinden können, nahmen die Ermittler den Vorgang nicht sonderlich ernst. Sie vermuteten, dass sich andere Häftlinge im Vorbeigehen einen Jux gemacht hatten. Es gab deshalb kein Verfahren wegen des Siegelbruchs.

dpa

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