Geisterschiff vor Kanada aufgetaucht

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Der japanische Fischtrawler driftete nach dem Tsunami mehr als 8000 Kilometer über den Pazifik

Ottawa - Ein unheimlicher Fischtrawler ist rund 220 Kilometer vor der Provinz British Columbia entdeckt worden. Der Kahn stammt aus Japan, galt seit dem 11. März 2011 vermisst. Der gewaltige Tsunami hatte das Schiff mitgerissen.

Von Gott und Mensch verlassen und rostzerfressen schaukelt ein Geisterschiff vor Kanadas Küste durch den Pazifik. Seeaufklärer der kanadischen Streitkräfte haben den unheimlichen Fischtrawler rund 220 Kilometer vor der Provinz British Columbia entdeckt. Und ihn identifiziert: Der 45 Meter lange Kahn stammt aus Japan, galt seit dem 11. März 2011 vermisst. Der gewaltige Tsunami hatte das Schiff mitgerissen.

Gut zwölf Monate driftete der Fischtrawler über den größten Ozean der Welt. Auf den fast 8000 Kilometern dürfte er mit einem Kilometer pro Stunde unterwegs gewesen sein. Unbeschadet überstand er Stürme und Wellenbrecher. Und so ist das Schiff zwar in einem erbärmlichen Zustand, aber schwimmfähig. Es liegt normal in der See, Wasser scheint nicht in sein Inneres eingedrungen zu sein.

Das Schiff ist damit der erste große Überrest der katastrophalen Flutwelle, der an der Westküste Nordamerikas angeschwemmt wird. Vorbote eines riesigen Teppichs aus Trümmerteilen, der so groß wie Deutschland und Dänemark zusammengenommen misst. Damals, vor gut einem Jahr, waren insgesamt rund 25 Millionen Tonnen Trümmer vom Tsunami fortgerissen worden. Mittlerweile wurden an der kanadischen Küste auch schon Holzteile mit japanischem Exportstempel oder Bojen gefunden, die an einer japanischen Austernfarm befestigt waren. Doch der Großteil des Mülls treibt noch im Meer.

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Was mit dem Kahn passieren wird, ist unklar. Weiter treiben lassen will man ihn nicht – zu groß ist die Gefahr für Schifffahrt und Umwelt. „Aber das Geisterschiff ist praktisch wertlos“, sagt Jeff Olsson vom Rettungszentrum der Stadt Victoria. Obwohl der Eigner ermittelt wurde. „Keiner will mit ihm etwas zu tun haben, weil die Schlepperkosten zu hoch wären.“

tz

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