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Gekündigt, weil sie für bessere Pflege kämpfte

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Brigitte Heinisch

Berlin - Ihr Vergehen war, auf Missstände bei der Pflege aufmerksam zu machen! Deshalb wurde Brigitte Heinisch (49) von ihrem Arbeitgeber, dem Berliner Vivantes Netzwerk für Gesundheit, fristlos gekündigt.

Vor den deutschen Gerichten verlor die 49-Jährige in letzter Instanz – doch der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) gab der Altenpflegerin am Donnerstag  endlich Recht: Die Entlassung durch die mehrheitlich dem Land Berlin gehörende Vivantes GmbH war rechtswidrig! Brigitte Heinisch war in einem Berliner Altenheim beschäftigt. Immer wieder beklagte sie, dass zu wenig Personal da sei, um die alten Menschen ausreichend zu waschen und umzubetten. Mit Kollegen füllte sie Formulare aus, in denen sie der Heimleitung ihre Überlastung anzeigten. Sie machte Verbesserungsvorschläge, sprach mit Vorgesetzten darüber, dass die alten Menschen zu selten zu trinken bekamen – vergebens. Im Dezember 2004 wusste sie sich nicht mehr anders zu helfen: Sie erstattete Strafanzeige gegen die Heimleitung. Als Begründung gab sie an, Pflegebedürftige und ihre Angehörigen erhielten wegen Personalmangels keine angemessene Gegenleistung für die von ihnen getragenen Kosten.

Dafür wurde sie 2005 fristlos gekündigt. Die Straßburger Richter entschieden nun, dass die Freiheit der Meinungsäußerung verletzt worden sei. Das Urteil hat grundsätzliche Bedeutung für alle Arbeitnehmer, die Missstände in ihrer Firma öffentlich machen.

tz

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