Alle mit gleichen Symptomen

Nach Corona-Verbot: Drama wegen gepanschten Alkohols - Todeszahlen steigen weiterhin rasant

Menschen warten in Mexiko in einem Krankenhaus.
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Menschen warten in Mexiko in einem Krankenhaus.

In Mexiko sterben in kurzer Zeit in mehreren Gemeinden rund 100 Menschen. Sie sollen auf Feiern gepanschten Alkohol getrunken haben.

  • In Mexiko sind innerhalb kurzer Zeit rund 100 Menschen gestorben.
  • Sie sollen zuvor gepanschten Alkohol getrunken haben.
  • Die Gemeinde Chiconcuautla erklärte einen Gesundheitsnotstand.

Update vom 18. Mai, 13.15 Uhr: Die Coronavirus*-Pandemie löst in Mexiko auch andere Nebeneffekte mit fatalen Folgen aus. In einigen Gemeinden ist der Verkauf von Alkohol wegen der Corona-Krise derzeit verboten, da der Konsum von schwarzgebranntem Schnaps anstieg. 

Tote in Mexiko: Bereits 137 Menschen verstarben an unreinem Alkohol 

Nun starben seit Donnerstag 32 weitere Personen im mittelamerikanischen Land an den Folgen des Verzehrs von verunreinigtem Schnaps. Die Zahl der Todesopfer in vier Bundesstaaten stieg somit auf mindestens 137 an. Weitere 15 Vergiftete werden aktuell in den Krankenhäusern behandelt. Alleine im Bundesstaat Puebla verstarben bereits 70 Personen.

Aufgrund der Corona-Maßnahmen wurde die Produktion des oft verwendeten Ethylalkohol angehalten. Das könnte dazu geführt haben, dass das schädliche Methanol den selbstgemachten Schnäpsen beigemischt wurde. Kleine Mengen können bereits zu einer Vergiftung führen. Neben Schwindel und Übelkeit können die Folgen gravierend sein. Der Verzehr von Methanol kann sogar zur Erblindung und Bewusstlosigkeit bis zum Atemstillstand führen.

Nicht nur in Mexiko fallen Menschen dem gepanschten Alkohol zum Opfer. In der Dominikanischen Republik verstarben seit dem 7. April 177 Personen am Konsum des verunreinigten Rauschmittels. 

Tote in Mexiko: Etwa hundert Tote durch gepanschten Alkohol 

Update vom 14. Mai, 10.14 Uhr: Die Zahl der Toten nach dem mutmaßlichen Konsum verunreinigten Schnapses in Mexiko ist Medienberichten zufolge auf etwa 100 gestiegen. Allein im zentralmexikanischen Bundesstaat Puebla starben 42 Menschen, wie die Regionalregierung am Mittwochabend (Ortszeit) mitteilte. Aus dem benachbarten Morelos meldeten die Gesundheitsbehörden 18 Todesopfer und aus dem westlichen Bundesstaat Jalisco weitere 38 seit Ende April, wie die Zeitung „Reforma“ berichtete.

Erstmeldung vom 13. Mai 2020:

Chiconcuautla/München - In Mexiko ist offenbar in mehreren Bundesstaaten gepanschter Alkohol im Umlauf. Daran sollen bereits mindestens 31 Menschen gestorben sein. 17 Tote stammen laut der Ortsverwaltung aus der Gemeinde Chiconcuautla im Bundesstaat Puebla. Sie sollen den Alkohol im Zuge der Feierlichkeiten zum Muttertag getrunken haben.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete gar von 23 Toten in Chiconcuautla. Sie sollen wie rund 60 weitere Menschen zuvor an einer Trauerfeier teilgenommen haben.

Tote in Mexiko: Gepanschter Alkohol offenbar heimlich verkauft

Mindestens weitere 14 Todesopfer habe es mutmaßlich ebenfalls wegen verunreinigten Alkohols in den Orten Telixtac und Jonacatepec im an Puebla angrenzenden Bundesstaat Morelos gegeben, teilte der dortige Zivilschutz in einer Mitteilung auf Facebook* mit.

Die Behörden von Morelos befürchten laut eines Berichts der Zeitung La Jornada weitere Opfer wegen des gepanschten Schnapses. Demnach sei der Alkohol heimlich verkauft worden, da in den Gemeinden wegen der Corona-Krise* derzeit ein Alkoholverbot gilt. Die Toten sollen zuvor unter anderem über Bauchschmerzen, Atemnot und Erblindung geklagt haben, zitierte die Zeitung den Zivilschutz.

Gepanschter Schnaps: Gemeinde Chiconcuautla erklärt Notstand 

Die Gemeinde Chiconcuautla erklärte angesichts der Todesfälle einen Gesundheitsnotstand. Der Bürgermeister von Chiconcuautla, Artemio Hernández Garrido, rief alle Bewohner über Facebook dazu auf, keinen Alkohol zu trinken.

Zunächst müssten alle gepanschten Getränke und die Verantwortlichen dahinter gefunden werden, erklärte er. Gerüchte, wonach die Todesfälle auf das Coronavirus* zurückzuführen seien, wies er entschieden zurück. 

Bürgermeister: Agavenschnaps könnte Todesfälle herbeigeführt haben

Wer am vergangenen Wochenende Refino - eine in kleinen Mengen destillierte Art Agavenschnaps - getrunken habe und Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle habe oder sich übergeben müsse, solle sich sofort in die nächstgelegene Klinik begeben, hieß es. Die genaue Ursache der Todesfälle werde noch untersucht.

Chiconcuautla ist eine indigen geprägte, arme Gemeinde von rund 17.000 Einwohnern. Sie liegt in einer gebirgigen Region rund 200 Kilometer nordöstlich von Mexiko-Stadt. Einen tragischen Fall hatte es bereits in Polen gegeben, als eine Mutter ein Baby mit 3,2 Promille Alkohol im Blut geboren hatte.

Eine Afroamerikanerin (26) verlor in den USA auf tragische Weise ihr Leben. Polizisten drangen in ihre Wohnung ein und erschossen sie im Schlaf - wegen einer Verwechslung.

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