Nach Krawallen bei Fußballspiel

Gericht in Kairo bestätigt Todesurteile gegen Fußballfans

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Vor knapp drei Jahren starben 74 Menschen bei den Ausschreitungen nach einem Fußballspiel.

Kairo - Im Zusammenhang mit den schweren Fußballkrawallen in Ägypten vor mehr als drei Jahren hat ein Gericht in Kairo die Todesstrafe gegen elf Fußballfans aufrechterhalten.

Das Gericht bestätigte am Dienstag die Urteile vom April gegen elf Fans des Vereins Al-Masri aus Port Said, nachdem der ägyptische Großmufti - der islamische Rechtsgelehrte - konsultiert wurde. Einer der zum Tode Verurteilten ist auf der Flucht.

Verurteilt wurden in dem neu aufgerollten Verfahren außerdem zwei Polizisten, darunter der ehemalige Polizeichef von Port Said, sowie zwei Mitarbeiter des Al-Masri-Vereins. Sie alle müssen für fünf Jahre in Haft. 40 Angeklagte der insgesamt 72 Angeklagten erhielten Haftstrafen zwischen einem und 15 Jahren. 21 Angeklagte wurden freigesprochen. Auch gegen das Urteil vom Dienstag kann noch Berufung eingelegt werden.

Im Februar 2012 waren nach einem Spiel in Port Said zwischen dem örtlichen Club Al-Masri und dem Kairoer Verein Al-Ahli Krawalle ausgebrochen, bei denen 74 Menschen starben und hunderte weitere verletzt wurden. Bei späteren Unruhen im Zusammenhang mit den Krawallen wurden dutzende weitere Menschen getötet.

Wegen der Beteiligung an den blutigen Fankrawallen waren zunächst 73 Menschen verurteilt worden, davon 21 zum Tode. Im Februar 2014 hob ein Berufungsgericht die Urteile jedoch auf und ordnete einen neuen Prozess an. Ein Kairoer Gericht verhängte im April die elf Todesurteile, die am Dienstag bestätigt wurden.

Das ägyptische Außenministerium kritisierte derweil einen Bericht der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), in welchem dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi schwere Menschenrechtsverletzungen während seines ersten Amtsjahres vorgeworfen wurden. Der Bericht sei "politisch motiviert" und halte sich nicht an "Objektivitätsregeln", hieß es. Der Organisation warf das Ministerium die Verbreitung von "Lügen" vor. Menschenrechtsgruppen werfen al-Sisi vor, ein noch repressiveres System errichtet zu haben als der langjährige Präsident Husni Mubarak, der während des Arabischen Frühlings 2011 gestürzt wurde.

AFP

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