Vor Gericht: Mann schildert seine "schrecklichsten Stunden"

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Der Schwerverbrecher Thomas Wolf (r) betritt am Mittwoch (20.04.2011) den Gerichtssaal des Landgerichts in Wiesbaden in Handschellen.

Wiesbaden - Im Prozess gegen den Schwerverbrecher Thomas Wolf hat der Ehemann des Entführungsopfers am Dienstag die “schrecklichsten Stunden“ seines Lebens geschildert.

Der Bankkaufmann berichtete vor dem Wiesbadener Landgericht, wie er nach der Entführung um das Leben seiner Frau bangte und sich die schlimmsten Szenarien ausmalte. “Es war fürchterlich“, sagte der 45-Jährige. In einem Brief habe der Entführer gedroht, dass seine Frau “liquidiert“ werde, wenn er sich nicht exakt an die Forderungen halte. Der Ehemann berichtete, wie er das Lösegeld übergeben musste und den detaillierten Anweisungen des Entführers folgte. “Ich kann mich an alles erinnern. Diesen Tag in jeder Sekunde vergesse ich nicht“, berichtete der Mann. Bis heute treibe ihn eine starke Verlustangst.

Thomas Wolf ist angeklagt, die Frau des leitenden Bankangestellten im März 2009 entführt und 1,8 Millionen Euro Lösegeld erpresst zu haben. Die Polizei fahndete damals mit einem Großaufgebot nach dem Täter. Nach einer spektakulären Flucht quer durch Deutschland wurde er zwei Monate später auf der Reeperbahn in Hamburg gefasst. In dem Prozess werden Wolf auch zwei Banküberfälle zur Last gelegt. Der 58-Jährige hatten die Taten zum Prozessauftakt gestanden und sich reumütig gezeigt. In dem Gericht herrschen strenge Sicherheitsvorkehrungen, da Wolf in der Vergangenheit bereits viermal aus der Haft geflohen war und nach Ansicht des Richters Fluchtgefahr besteht. Wegen einer Borrelioseerkrankung infolge eines Zeckenbisses ist er nur eingeschränkt verhandlungsfähig.

dapd

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