Grausame Taten

Höchstrafe für beide Angeklagten: Gericht verkündet Urteil zum Dreifachmord von Hille

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Einer der beiden Angeklagte betritt den Sitzungssaal im Landgericht Bielefeld. Foto: Friso Gentsch

Aus Habgier sollen sie drei Männer umgebracht und auf Höfen in Ostwestfalen verscharrt haben. Nun sprach das Gericht das Urteil zum Dreifachmord von Hille.

Bielefeld  - Im Prozess um den Dreifachmord von Hille in Ostwestfalen sind die beiden Angeklagten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Bielefeld verurteilte den 53-Jährigen wegen Mordes in drei Fällen, den 25 Jahre alten Angeklagten am Freitag wegen zweifachen Mordes. Beim Älteren wurde Sicherungsverwahrung angeordnet.

Der heute 53-jährige Jörg W. und sein Ziehsohn Kevin R. (25) bezichtigten sich gegenseitig der Taten. Die Staatsanwaltschaft forderte lebenslange Haft für beide Angeklagte und eine Feststellung der besonderen Schwere der Schuld. Damit wäre eine Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. Für den Älteren hielt die Anklage zudem Sicherungsverwahrung für geboten, womit er auch nach Verbüßung seiner Strafhaft nicht freikäme.

Dreifachmord von Hille: Grausame Details enthüllt

In dem vor zehn Monaten begonnenen Strafverfahren gegen die beiden Deutschen waren grausame Details zur Sprache gekommen. Die Leichen der übel zugerichteten Opfer hatten Ermittler im Frühjahr 2018 ausgegraben. Der Fall kam ans Licht, weil intensiv nach einem vermisst gemeldeten 30-Jährigen aus dem niedersächsischen Stadthagen gesucht worden war. Bei den beiden anderen Getöteten handelt es sich um einen früheren Nachbarn (72) der Angeklagten und einen Hilfsarbeiter (64).

Der ältere Angeklagte soll in finanziellen Schwierigkeiten gewesen sein. Der Jüngere, ein früherer Zeitsoldat, war zu ihm auf den Hof an der Landesgrenze von Nordrhein-Westfalen zu Niedersachsen gezogen. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden vor, zuerst den Nachbarn und den Hilfsarbeiter getötet zu haben. Sie hätten es auf die Rente des Nachbarn abgesehen und sich zudem an Sozialleistungen und Bargeld des Hilfsarbeiters bereichert. Später sei der 30-Jährige umgebracht worden, als dieser 5000 Euro für eine angeblich geplante gemeinsame Baufirma zurückforderte.

Dreifachmord von Hille: Täter beschuldigen sich gegenseitig

Die Verteidiger von Jörg W. und Kevin R. hatten die Linie vertreten, der jeweils andere Angeklagte habe die Gewalttaten verübt. An mehreren Tatwerkzeugen waren DNA-Spuren von beiden Männern gefunden worden. Der Jüngere will nur bei der Beseitigung der Leichen geholfen und aus Angst vor seinem Ziehvater nicht zur Polizei gegangen sein. Der Ältere hatte die Taten gegenüber einer Gutachterin dem heute 25-Jährigen zugeschoben und behauptet, dieser habe die Taten aus Mordlust begangen.

Die Leichen - zwei sollen im August 2017 und eine im Frühjahr 2018 auf den beiden Höfen vergraben worden sein - wiesen Spuren roher Gewalt auf.

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