Pilot angeblich zum Islam konvertiert

Germanwings: Gefälschter Brief beschäftigt Bundestag

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Ein Bild von der Absturzstelle der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen.

Berlin - Der Bundestag erwägt rechtliche Schritte wegen eines gefälschten Briefs über einen angeblichen Übertritt des Copiloten der abgestürzten Germanwings-Maschine zum Islam.

Im Internet kursiert ein vermeintliches Schreiben des Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses der Parlaments, Hans-Peter Bartels (SPD), an den Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes, Gerhard Schindler. Darin bedankt sich der Autor für „Informationen“ über einen angeblichen Übertritt des Copiloten zum Islam. Dazu teilte die Bundestagsverwaltung am Montag auf Anfrage in Berlin mit: „Hierzu ist klarzustellen, dass es sich bei diesem Schreiben um eine Fälschung handelt und es nicht von Herrn Bartels stammt.“

Das Germanwings-Flugzeug war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen zerschellt. 150 Menschen starben, darunter 75 Deutsche. Die Ermittler in Frankreich hatten bereits zwei Tage danach den Verdacht geäußert, der Copilot habe die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht.

Piloten kritisieren vorschnelle Schlüsse

Unterdessen hat der Weltpilotenverband Ifalpa die bisherigen Unfall-Untersuchungen zum Absturz der Germanwings-Maschine kritisiert. Auf ihrer Jahreskonferenz in Madrid verlangte die Organisation am Montag ein Festhalten an den festgelegten Standards der Luftfahrtorganisation ICAO. „Die Veröffentlichung von vertraulichen Informationen, medialer Druck und politische Erwägungen beschädigen jenes hart erkämpfte Umfeld, auf welches sich die Luftfahrtindustrie geeinigt hat, um Flugunfälle zu untersuchen und daraus Verbesserungen zu erarbeiten“, heißt es in einer Erklärung.

Die aktuelle Untersuchung habe die Standards bisher nicht erfüllt, kritisierte die Ifalpa, der auch die deutsche Vereinigung Cockpit angehört. Nur das endgültige Ergebnis erlaube Schlüsse und könne als Grundlage geeigneter Verbesserungen dienen. „Politische und mediale Interessen dürfen keinen Einfluss auf die professionelle Arbeit der Experten haben“, erklärte VC-Präsident Ilja Schulz.

Steinmeier gedenkt in Barcelona der Opfer des Absturzes

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat zusammen mit seinen Kollegen aus Spanien und Frankreich der Opfer des Absturzes der Germanwings-Maschine vom 24. März gedacht. Steinmeier, der spanische Außenminister Manuel Garcia-Margallo und der französische Chefdiplomat Laurent Fabius legten am Montag einen Kranz am Flughafen Barcelona nieder, von wo die Unglücksmaschine mit 150 Menschen an Bord gestartet war.

dpa/AFP

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