Gesundheitsgefahr: Fukushima setzt Strahlung frei

Soma/Tokio - Mit dem Austritt von Strahlung nach einer Explosion im Reaktorblock 2 hat sich die Lage in der japanischen Atomanlage Fukushima-Daiichi am Dienstag dramatisch zugespitzt.

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Aus drei Reaktoren des Atomkraftwerks sei Strahlung ausgetreten, sagte Ministerpräsident Naoto Kan im japanischen Fernsehen. “Die Strahlenwerte scheinen sehr hoch“, sagte er und warnte vor einem weiteren Strahlungsaustritt. Die Menschen im Umkreis von 30 Kilometer forderte er auf, ihre Häuser nicht zu verlassen.

Rund 70.000 Menschen wurden bereits aus einem 20-Kilometer-Radius um das Atomkraftwerk evakuiert. In der nun um zehn Kilometer erweiterten Gefahrenzone halten sich noch etwa 140.000 Bewohner auf.

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Bei einem Brand im Reaktorblock 4 trat nach Angaben von Kabinettssekretär Yukio Edano weitere Strahlung aus. In der unmittelbaren Nähe des Atomkraftwerks sei die Strahlung hoch genug, um bei Menschen gesundheitliche Schäden zu verursachen, erklärte er. “Weit weg sollten die Strahlenwerte niedriger sein“, sagte Edano. Das Feuer wurde nach Angaben der japanischen Behörde für Atomsicherheit zwischenzeitlich gelöscht.

Es werde vermutet, dass bei der Explosion in Reaktorblock 2 der untere Teil des Behälters, der den Reaktorkern umgibt, beschädigt wurde, teilte die japanische Behörde für Atomsicherheit mit. Der Reaktorkern selbst sei nicht beschädigt worden, sagte Behördensprecher Shigekazu Omukai.

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Auch in der Hauptstadt Tokio wurden leicht erhöhte Strahlenwerte gemessen. Die Menge sei äußerst gering, sagte Regierungssprecher Takayuki Fujiki. Gesundheitliche Bedenken gebe es nicht. In der Präfektur Chiba östlich der Hauptstadt seien zwei- bis viermal so hohe Werte wie normal gemessen worden, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. In der Stadt Utsunomiya nördlich von Tokio seien die Werte 33-mal höher als normal. 

Nikkei-Index bricht um zwölf Prozent ein

Die Tokioter Börse erlebte unterdessen den zweiten Tag in Folge einen Kurssturz. Nach Handelsbeginn am Dienstag sank der Nikkei-Index um zwölf Prozent auf 8.422 Zähler. Am ersten Handelstag nach dem Beben und dem anschließenden Tsunami war der Nikkei-Index am Montag um sechs Prozent eingebrochen. Der breiter aufgestellte Topix-Index sank am Dienstag um 6,4 Prozent.

Die japanische Zentralbank pumpte weitere fünf Billionen Yen (44 Milliarden Euro) in die Geldmärkte. Die Bank hatte die Märkte bereits am Montag mit der Rekordsumme von 15 Billionen Yen (132 Milliarden Euro) versorgt.

Nach dem verheerenden Erdbeben und dem anschließenden Tsunami in Japan steigt die Zahl der Todesopfer immer weiter. Am Dienstag bestätigte die Polizei 2.414 Tote. Die meisten Menschen seien in der Präfektur Miyagi ums Leben gekommen. Dort wurden bislang 1.254 Tote offiziell bestätigt.

Die Zahl der Vermissten gab die Polizei mit 3.118 an. Die Opferzahlen dürften in den kommenden Tagen jedoch weiter steigen. Es wird befürchtet, dass weit mehr als 10.000 Menschen bei der Naturkatastrophe ums Leben kamen.

dapd

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