Polizei fasst Tatverdächtigen

Mord an Freiburger Studentin: 17-Jähriger in U-Haft 

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David Müller, Leiter der Sonderkommission Dreisam, bei der PK zum Mord an der Studentin in Freiburg.

Stuttgart - Ermittlungserfolg im Fall der getöteten Medizinstudentin in Freiburg: Die Polizei fasst rund sieben Wochen nach dem Sexualverbrechen einen Verdächtigen.

Im Fall der getöteten 19 Jahre alten Studentin in Freiburg gibt es nach Polizeiangaben einen Ermittlungserfolg. Ein Tatverdächtiger in dem Sexual- und Tötungsverbrechen sei gefasst, sagte Staatsanwalt Dieter Inhofer am Samstag in Freiburg.

Die Frau wurde vermutlich von einem 17-Jährigen sexuell missbraucht und getötet. Bei dem jungen Tatverdächtigen handele es sich um einen Flüchtling aus Afghanistan, der im vergangenen Jahr als Flüchtling nach Deutschland eingereist war. Er sei als unbegleiteter Minderjähriger bei einer Familie untergebracht gewesen. Der Jugendliche kam wegen des dringenden Verdachts der Vergewaltigung und des Mordes in Untersuchungshaft. Der Beschuldigte selbst machte demnach zunächst keine Angaben zu der Tat.

Die Leiche der jungen Frau wurde im Fluss Dreisam gefunden. Sie ertrank, sagte der Soko-Leiter David Müller. Die Frau war mit ihrem Fahrrad auf dem Heimweg von einer Uni-Party, als sie Opfer der Verbrechens wurde. Man habe durch Vernehmungen und durch eine webbasierte Umfrage die Zeit vor der Tat in weiten Teilen lückenlos rekonstruieren können, sagte Müller. 

So kam man auf die Spur des Tatverdächtigen 

Ein 18,5 Zentimeter langes schwarzes Haar mit changierender Blondierung in einem Dornengebüsch ist nach Polizeiangaben wichtiges DNA-Material, das zu dem Täter führte. Ein schwarzer Schal im Flussbett der Dreisam spielte demnach zudem eine Rolle bei der Aufklärung des Sexual- und Gewaltverbrechens.

50 Minuten von der Tat hatte sich ein junger Mann mit einem schwarzen Schal rund einen Kilometer vom Tatort aufgehalten. Dies ergab die Auswertung von Videoaufzeichnungen der Freiburger Verkehrs-AG. Die Ermittler hätten einen Verdächtigen mit markanter schwarzer Haarfrisur in einer Videoauswertung von der Kameraüberwachung entdeckt. Der Verdächtige sei am Freitag identifiziert worden.

Über die Festnahme hatten die „Badische Zeitung“ und die „Bild“-Zeitung zuerst berichtet. Am Leichnam der Studentin aus dem Enzkreis war eindeutige DNA sichergestellt worden. Die Polizei hatte etwa 1400 Menschen vernommen und rund 1600 Hinweise geprüft, darunter die auf ein herrenloses Fahrrad in der Nähe.

Zuletzt hatte ein Suchhund der Polizei Fährte aufgenommen und die Beamten in einen Hörsaal der Universität geführt. Dort saßen in einer Vorlesung im Studiengang Biochemie mehr als 100 Studenten. Deren Personalien nahm die Polizei auf. Fast alle etwa 100 männlichen Studenten erklärten sich den Angaben zufolge zu einer freiwilligen DNA-Erhebung bereit.

Freiburgs OB warnt vor Pauschalurteilen

„Dieser Fahndungserfolg ist wichtig für den weiteren Umgang mit solchen Ereignissen und für das Sicherheitsgefühl in der Stadt“, teilte der Freiburger Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) am Samstag mit. Er lobte die Ermittler. „Es ist ein großer Fahndungserfolg der Polizei, dass sie diesen grausamen und schrecklichen Mord so schnell aufklären konnte.“ Seine Gedanken seien bei der Familie der Studentin sowie ihren Freunden. Salomon mahnte zugleich, die „Herkunft des Täters nicht für Pauschalurteile heranzuziehen, sondern den Einzelfall zu betrachten“.

Parallelen zu anderem Mord bei Freiburg

Der Fall einer Anfang November ermordeten Joggerin in Endingen bei Freiburg ist noch ungelöst. „Wir haben bislang keine Verbindung zum Tötungsdelikt in Endingen“, sagte Inhofer auf der Pressekonferenz. Man habe aber auch noch nicht alle Spuren ausgewertet. Die Sonderkommission „Erle“ befragt in dem Endinger Fall Zeugen und wertet DNA-Spuren aus.

Die 27 Jahre alte Frau war Anfang November von einem Unbekannten vergewaltigt und ermordet worden. Sie war an einem Sonntagnachmittag alleine zum Joggen aufgebrochen und nicht zurückgekehrt.

dpa

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