Getrübte Mondfinsternis in Teilen Deutschlands

Offenbach/Berlin - Der Blick auf die totale Mondfinsternis am Samstagnachmittag ist in Deutschland vielerorts getrübt gewesen. Doch einige Beobachter hatten auch Glück.

Der Blick auf die totale Mondfinsternis am Samstagnachmittag ist in Deutschland vielerorts getrübt gewesen. Am besten standen die Chancen auf Wolkenlücken am Meer sowie in der Mitte Deutschlands - vom Saarland über Rheinland-Pfalz, das südliche Hessen bis nach Sachsen und den Süden Brandenburgs, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) vorhergesagt hatte. In Süddeutschland versperrte laut DWD dagegen eine dichte Wolkendecke die Sicht.

UFOs? Von wegen! Himmelsphänomene und ihre Ursachen

Wenn in Werner Walters Ufo-Zentrale in Mannheim das Telefon klingelt, kann er manche Himmelsphänomene ganz einfach erklären. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl. © dpa
HALE-BOPP: Er schrieb Geschichte: Hale-Bopp war für mehrere Jahrzehnte einer der hellsten und meist beobachtesten Kometen. Erstmals wurde er am 23. Juli 1995 unabhängig voneinander von Alan Hale und Thomas Bopp in den USA entdeckt. Kometen sind Schweifsterne, die die Sonne auf Bahnen umlaufen und zum Großteil aus kleinen, locker verbundenen Staub- und Mineralienteilchen sowie Eis bestehen. © dpa
Sie können einen Durchmesser bis zu 100 Kilometern haben. Wenn der Komet ins Sonnensystem dringt, entreißt ihm der Sonnenwind Gaspartikel, und der Schweif ensteht. © dpa
POLARLICHTER: Polarlichter sind rote, grüne oder blaue schweifhafte, größflächige Lichterscheinungen, die im Bereich der Pole fast täglich vorkommen. Sie entstehen, wenn Elektronen oder andere geladene Teilchen auf die Erdatmosphäre treffen und schließlich als ein Strom in Spiralen entlang auf die Erde treffen. © dpa
Mark Vornhusen von Meteomedia: „Für gewöhnlich werden sie durch das Magnetfeld zu den Polen gelenkt. Wenn aber etwa alle 11 Jahre die Sonne ihre stärkste Aktivität hat, gerät das Magnetfeld durcheinander, und die Polarlichter können auch bei uns erscheinen – das ist übrigens in ein, zwei Jahren wieder der Fall.“ © dpa
GLÜHENDE HIMMELSSPINNE: Von der spektakulärsten UFO-Sichtung hat im November 2009 eine Lufthansa-Crew auf der Strecke zwischen Norwegen und Grönland berichtet. Ufologe Walter klärte damals auf, dass in ihrer Sichtweite der russische Spionagesatellit Kosmos 2455 gestartet war. © dpa
Eispartikel im Raketenschweif und die nur sehr niedrige Umlaufbahn von 195 Kilometern sorgten unter spezieller Beleuchtung für diese glühende Himmelsspinne. © dpa
VENUS: Ein leuchtendes rundes Objekt, das für einen Stern viel zu hell leuchtet! Wenn Augenzeugen dieses Phänomen beobachten, sei es oft die Venus, erklärt Wetterexperte Marc Vornhusen: „Ist sie nahe an der Sonne, sieht man sie nicht. In den Abend- oder ganz frühen Morgenstunden aber kann man sie hell leuchtend tief am West- beziehungsweise Ost-Horizont sehen.“ © dpa
Dieses Foto zeigt einen über Singapur © dpa
DIE ISS: Die Internationale Raumstation kreist in 350 Kilometern Höhe alle 90 Minuten um die Erde. © dpa
Wenn die ISS unsere Breiten überfliegt, erscheint laut Ufologe Werner Walter ein gelbliches Licht „etwas größer als ein Scheinwerfer“, das minutenlang von Westen nach Osten zieht. © dpa
DIE HALOS: Ein Halo (vom griechischen „Halo“ für „Mond“ oder „Sonne“) ist ein Lichteffekt, der durch Reflexion und Brechung von Licht an Eiskristallen in Cirrus-Wolken, an fallenden Schneekristallen oder im Eisnebel entsteht. © dpa
Der Effekt kann laut Vornhusen bis zu 30 unterschiedliche Formen haben. © dpa
„Je nach Form der Kristalle, nach dem Winkel, in dem das Licht auf die Kristalle trifft und nach der Windstärke entstehen am Himmels weißliche oder farbige Kreise, Bögen, Säulen oder Flecken.“ © dpa

Die nächste von Deutschland aus sichtbare totale Mondfinsternis gibt es im September 2015. Zuletzt hatte es eine am 15. Juni gegeben, die sich jedoch in den meisten Teilen Deutschlands hinter einer Wolkendecke abgespielt hatte. Eine partielle Mondfinsternis gibt es bereits im April 2013 wieder.

Einige Beobachter hatten am Samstagnachmittag Glück. “Auf Amrum konnte die Mondfinsternis zwischen einigen Wolkenlücken gut beobachtet werden“, sagte Jost Jahn von der Vereinigung der Sternfreunde. “Die rötliche Verfärbung des verfinsterten Teils war aber aufgrund des hellen Dämmerungshimmels nicht zu erkennen.“ Auch in Berlin sagte eine Beobachterin: “Der Mond sah zwischendurch aus wie eine angeknabberte Oblate.“

Bei dem kosmischen Schauspiel taucht der Vollmond vollständig in den Schatten der Erde ein. Der Beginn der totalen Mondfinsternis war dieses Mal um 15.06 Uhr. Um 15.32 Uhr war der Mond vollständig bedeckt. Um 15.58 Uhr endete die totale Finsternis. Mondaufgang war am frühesten im Nordosten, in Rostock etwa um 15.45 Uhr, in Berlin um 15.49 Uhr und in Dresden um 15.56 Uhr.

In vielen Regionen ging der Mond erst nach der Phase der totalen Verfinsterung auf.

Entgegen dem Eindruck sind Mondfinsternisse seltener als Sonnenfinsternisse: Auf fünf Sonnenfinsternisse kommen im selben Zeitraum im Schnitt nur drei Mondfinsternisse. Da letztere jedoch stets von der gesamten dem Mond zugewandten Erdhalbkugel aus zu sehen sind, Sonnenfinsternisse jedoch nur in einem maximal 300 Kilometer schmalen Streifen, lassen sich Mondfinsternisse häufiger beobachten.

dpa

Rubriklistenbild: © dapd

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