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Gibt's noch Lebende im Wrack?

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Gibt es in diesem Wrack noch Überlebende?
Gibt es in diesem Wrack noch Überlebende? © dpa

Manila - Das Fährunglück vor der philippinischen Küste (tz berichtete) könnte als eines der schlimmsten in die Geschichte der Seefahrt eingehen! Nur 32 der mehr als 800 Passagiere konnten bis gestern lebend geborgen werden.

28 hatten in einem Rettungsboot gesessen, vier Menschen schafften es, an Land zu schwimmen. Die Suche nach weiteren Überlebenden läuft – doch die Hoffnung von Angehörigen und Rettern schwindet Stunde um Stunde.

Taifun „Fengshen“ hatte das Meer vor der Küste der Philippinen heftig aufgewühlt, als plötzlich die „Princess of Stars“ (Sternenprinzessin) auf Grund lief. Innerhalb weniger Minuten kenterte das Schiff. Als der Kapitän das Anlegen der Schwimmwesten befahl, hatte die Fähre schon bedrohliche Schlagseite. Die ersten sprangen über Bord, doch Kinder und Alte verloren auf den regennassen Planken den Halt und schleuderten gegen das Geländer. Wer unter Deck war, hatte keine Chance. In Sichtweite des Strandes von San Fernando ragte nur noch der Rumpf des Wracks aus dem Wasser.

Rettungskräfte mühten sich gestern verzweifelt, zum Schiff zu gelangen. Es sollte ein Loch hineingebohrt werden, in der Hoffnung, im Inneren noch Überlebende zu finden. Doch die Arbeit der Bergungstrupps wurde von heftigen Stürmen und hohem Seegang erschwert. Erst 24 Stunden nach dem Kentern der Fähre gelangten erste Taucher zum Rumpf. Bislang gibt es aus dem Wrack kein Lebenszeichen. Ein Sprecher der Marine: „Wir haben auf den Rumpf geklopft, um etwaigen Überlebenden zu signalisieren, dass Hilfe kommt – leider hat niemand geantwortet.“ Dennoch werde die Suche fortgesetzt: „Wir wollen keine falschen Hoffnungen wecken, aber wir wollen optimistisch bleiben.“

Nach Angaben der Reederei waren 111 Besatzungsmitglieder und 751 Passagiere an Bord, darunter 81 Kinder. Im Hafen von Manila warteten verzweifelte Angehörige auf Nachrichten von ihren Lieben. Junie Bigtas erzählt unter Tränen: „Ich habe noch mit meiner Frau telefoniert, drei Minuten. Ich hörte die Leute im Hintergrund schreien. Sie sagte: Ich liebe dich, dann war die Leitung tot.“ Andere verlangten von der betroffenen Reederei „Sulpicio Lines“ Antworten auf die Frage, warum das Schiff trotz Taifunwarnung überhaupt auslaufen durfte. Das Unternehmen war auch in das bislang schlimmste Fährdesaster verwickelt: An Weihnachten 1987 sank die Fähre „Dona Paz“ nach dem Zusammenstoß mit einem Öltanker. 4300 Menschen starben damals.

Quelle: tz

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