Wegen falscher Verdächtigung

Mutter toter Babys zu Haft verurteilt

Gießen - Rund ein Jahr nach dem Fund von drei Babyleichen in Kühlboxen muss die Mutter ins Gefängnis - nicht wegen des Todes ihrer Kinder, sondern wegen falscher Verdächtigung.

Das Amtsgericht Gießen verurteilte die 41-Jährige am Donnerstag zu zwei Jahren und drei Monaten Haft. Die Richter sprachen sie schuldig, während der Ermittlungen den Verdacht auf ihren früheren Mann gelenkt zu haben. Später widerrief die 41-Jährige ihre Aussage.

Die stark verwesten Babyleichen waren im April 2012 im mittelhessischen Langgöns in Camping-Kühlboxen gefunden worden. Gegen die 41-Jährige begannen Ermittlungen und wegen ihrer Angaben galt zwischenzeitlich auch der 60-jährige Ehemann als Beschuldigter. Der Mann wurde nach Angaben von Polizeibeamten aber unter anderem durch Fingerabdrücke der Mutter an den Kühlboxen entlastet.

Vor kurzem stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen die 41-Jährige wegen Tötung ihrer Babys ein. Es habe nicht mehr festgestellt werden können, ob die Kinder tot oder lebendig zur Welt gekommen seien, hieß es. Die Mutter hatte erklärt, sie tot geboren zu haben. Sie hat noch fünf lebende Kinder.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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