Neue Details zum Coup in Berlin

Goldmünzen-Raub: Museums-Mitarbeiter unter Verdacht

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Nach dem spektakulären Diebstahl einer 100-Kilo-Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum hat die Polizei vier Verdächtige festgenommen.

100 Kilo wiegt die Goldmünze, die Diebe aus dem Berliner Bode-Museum gestohlen haben. Monatelang fahndete die Polizei nach den Tätern. Mit Erfolg. Nun gibt es nach einer Razzia Festnahmen.

Berlin - In den Diebstahl der kostbaren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum sollen auch zwei Servicekräfte der Staatlichen Museen verwickelt sein. Die Ermittlungen der Polizei beträfen unter anderem zwei Personen, die diese Arbeit ausgenutzt hätten, um die Museen zu schädigen, teilte der Sicherheitsexperte der Staatlichen Museen, Hans-Jürgen Harras, am Mittwoch mit. „Dass die Arbeit der Polizei dies aufklären konnte, freut uns und hebt auch ein durch die Tat entstandenes generelles Misstrauen gegenüber allen Museumsmitarbeitern sowie vertraglich gebundenen Unternehmen und deren Mitarbeitern auf.“

Dreieinhalb Monate nach dem Diebstahl einer zentnerschweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum hat die Polizei bei einem Großeinsatz mehrere Menschen festgenommen. Das teilten die Fahnder am Mittwoch mit. Ein Spezialeinsatzkommando rückte am Mittwochmorgen aus und durchsuchte mehrere Wohnungen im Stadtteil Neukölln.

Steckt ein Clan hinter dem Goldmünzen Diebstahl?

Die Ermittler gehen von 13 Tatverdächtigen aus. Vier von diesen seien bei der Razzia am Mittwoch festgenommen worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Alle vier seien Heranwachsende im Alter zwischen 18 und 20 Jahren. Sie gehörten zu einem großen Clan mit arabischen Wurzeln. Von der Münze, der kanadischen "Big Maple Leaf", gibt es weiter keine Spur. Die Ermittler gehen aber davon aus, dass sie wohl zerlegt und in kleinen Teilen verkauft wurde.

Diebe hatten im März eine zwei Zentner schwere kanadische Goldmünze mit dem Bild von Königin Elizabeth II. aus dem Museum gestohlen. Allein das Material - reinstes Gold - ist geschätzt etwa 3,7 Millionen Euro wert. Wegen der Schwere der Münze ging die Polizei von mehreren Tätern aus. Die gestohlene, riesige Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum ist vermutlich verkauft und möglicherweise zerstört worden. „Wir gehen davon aus, dass die Münze in Teilen oder ganz veräußert wurde“, sagte Carsten Pfohl vom Berliner Landeskriminalamt am Mittwoch. 

Die Ermittler gehen demnach nicht davon aus, noch Bestandteile der Münze zu finden. „Meine Hoffnung, dass wir die Münze auch nur in Teilen finden, ist leider relativ gering“, sagte der Ermittler. Gehofft werde aber, noch Goldabrieb an Kleidung oder Autos nachweisen zu können.

Polizei sucht mit Video die Täter

Die Polizei veröffentliche Anfang Juli Bilder aus Überwachungskameras, um den Tätern auf die Spur zu kommen. Das Video zeigte drei schwarz gekleidete Personen, die ihre Gesichter unter Kapuzen, hinter Kragen und ihren Händen verbergen.

Am Mittwochmorgen war die Polizei noch in den Wohnungen der Verdächtigen im Einsatz. Die beiden Verdächtigen wurden jeweils in den Neuköllner Straßen Mittelweg und Thomasstraße festgenommen. Neben Neukölln war die Polizei am Morgen auch noch an deren Orten in der Stadt im Einsatz. Nähere Angaben wollte sie dazu nicht machen.

Goldstück war Leihgabe eines Privatmanns

Das Goldstück namens „Big Maple Leaf“, 2007 in nur fünf Exemplaren von der Königlichen Kanadischen Münze geprägt, war die Leihgabe eines Privatmanns an das Bode-Museum. Die Polizei ging damals davon aus, dass die Diebe die Münze einschmelzen und in kleineren Portionen zu Geld machen wollen. Die Goldmünze ist 53 Zentimeter groß und wiegt 100 Kilo.

Im Bode-Museum, das zum Weltkulturerbe Museumsinsel gehört, waren nach dem Diebstahl die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt worden. Die Täter waren am frühen Morgen über die direkt an dem Museum vorbeiführende S-Bahntrasse in das Gebäude eingestiegen. Eine Leiter und eine Schubkarre ließen sie in der Nähe stehen.

Die Polizei startete nach dem spektakulären Goldmünzen-Raub einen Zeugenaufruf und veröffentlichte Videos. Mit Bildern aus Überwachungskameras wollte die Berliner Polizei den Räubern der aus dem Bode-Museum gestohlenen millionenschweren Goldmünze auf die Spur kommen.

Goldmünzen-Raub: Geschichte wie aus einem TV-Krimi

Der spektakuläre Diebstahl der 100-Kilo-Goldmünze „Big Maple Leaf“ aus dem Berliner Bode-Museum sorgt auch bei Stars für Verblüffung. Schauspieler Florian David Fitz würde den Dieben sogar gratulieren.

Zwei Festnahmen nach 100-Kilo-Goldmünzen-Coup

Das Bode-Museum in Berlin.

dpa

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