"Grausam": Experten kritisieren Haltung von Eisbär Knut

+
Eisbär Knut in seinem Gehege im Berliner Zoo.

Berlin - Wegen der Haltung seines Eisbär-Stars Knut steht der Berliner Zoo in der Kritik. Laut eines Zeitungsberichts bezeichnet eine Eisbär-Expertin die Lebensumstände als "monoton und grausam".

Im “Tagesspiegel“ (Samstag) nennt die kanadische Eisbär-Expertin Else Poulsen (Toronto) sein Leben mit drei älteren Eisbärinnen “monoton, überhaupt nicht zeitgemäß und grausam“. Knut zeige Fellverlust und zu wenig Muskeln für sein Alter von knapp vier Jahren. Sein Zustand sei “besorgniserregend“. Nach Attacken hatte sich Knut weitgehend zurückgezogen. International werde eine solche Haltung “seit Jahrzehnten nicht mehr akzeptiert“. Im Internet häufen sich Boykott-Forderungen gegen den Zoo, heißt es in dem Bericht.

Der Berliner Zoo hatte die Umstände verteidigt. Bären-Betreuer Heiner Klös hatte betont, trotz der Beißattacken und Revierkämpfe der Bärinnen Nancy, Katjuscha und von Knuts Mutter Tosca sei der Eisbär zu keinem Zeitpunkt in Gefahr gewesen. “Er muss lernen, sich zur Wehr zu setzen“, sagte Klös. Die kanadische Eisbär-Forscherin Poulsen wies jedoch darauf hin, dass die drei weiblichen Tiere “als geschlossene Gruppe gegen ihn vorgehen, wie eine Gang“. Das Gehege insgesamt sei für vier Eisbären viel zu klein, das löse ständig Stress aus.

Besonders fragwürdig sei es, dass für keine Beschäftigung der Tiere gesorgt werde. Das könne sie gar nicht glauben, sagte Poulsen. Der Zoo lehnt dies bisher ab, weil die Verwendung etwa von Spielzeug zusätzliche Kämpfe unter den Eisbären auslösen könnte.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Brand im Europa-Park Rust: So erlebte Stefan Mross das Feuer
Brand im Europa-Park Rust: So erlebte Stefan Mross das Feuer
Nach Brandstiftung: 15-Jähriger wird zu Millionenstrafe verurteilt
Nach Brandstiftung: 15-Jähriger wird zu Millionenstrafe verurteilt
Immer mehr deutsche Kinder leiden unter „Kreidezähnen“ - Ursache ist erschütternd
Immer mehr deutsche Kinder leiden unter „Kreidezähnen“ - Ursache ist erschütternd
Zwei Besucher sterben mysteriösen Tod - Großes Musik-Festival abgebrochen
Zwei Besucher sterben mysteriösen Tod - Großes Musik-Festival abgebrochen

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.