Elf Jahre Haft nach DNA-Analyse

Gerechtigkeit nach über 40 Jahren: Tochter überführt den Vergewaltiger ihrer Mutter

Ein Justizmitarbeiter legt einem Angeklagten im Gerichtssaal Handschellen an.
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In Birmingham wurde ein 74-Jähriger 40 Jahre nach einer Vergewaltigung zur elf Jahren Haft verurteilt (Symbolbild).

40 Jahre nach einer Vergewaltigung in Großbritannien hat die Tochter des Opfers dazu beigetragen, den Täter zu überführen. Er wurde zu elf Jahren Haft verurteilt.

Birmingham – Es klingt ein wenig nach einer Geschichte, wie sie vor allem in den Drehbüchern für einen Hollywood-Krimi existiert. In Großbritannien hat eine Frau 40 Jahre, nachdem ihre Mutter vergewaltigt wurde, gemeinsam mit der Polizei den Täter gefasst und zur Verurteilung gebracht.

Großbritannien: Gerechtigkeit nach 40 Jahren - Tochter überführt Vergewaltiger ihrer Mutter

Die Frau wuchs in einer Adoptivfamilie auf und erfuhr im Alter von 18 Jahren von den Umständen ihrer Geburt. Ihre Mutter war gerade einmal 13 Jahre alt gewesen, als sie sie zur Welt brachte. Als Vater stellte sich ein damals 28-Jähriger heraus, der die 13-Jährige als Babysitterin engagiert und anschließend in seinem Haus vergewaltigt hatte. Eine „erschreckende“ Erfahrung für die Tochter. Die Frau gab an, dass sie sei traurig darüber gewesen sei, die „Personifizierung einer der schlimmsten Dinge zu sein, die jemandem passieren können.“

Anschließend setzte sich die Frau dafür ein, die Ermittlungen in dem Fall neu aufzurollen und somit späte Gerechtigkeit für ihre leibliche Mutter zu erlangen. Sie konnte ihre Mutter davon überzeugen, Anzeige gegen ihren Vergewaltiger zu erstatten, der dann schlussendlich durch eine DNA-Analyse als leiblicher Vater der Frau festgestellt werden konnte.

Großbritannien: Rentner verurteilt – Weil er vor 40 Jahren eine 13-Jährige vergewaltigt hatte

Der zuständige Richter in Birmingham sagte, dass der Täter nur deswegen gefasst werden konnte, weil die Tochter „die Hartnäckigkeit und Entschlossenheit“ gehabt habe, Gerechtigkeit „für sich selbst und ihre Mutter“ zu erreichen. Ebenso gab er auch an, dass die Vergewaltigung von den damaligen Behörden „unter den Teppich gekehrt“ worden seien. Der 74-Jährige wurde wegen der Vergewaltigung zu einer Haftstrafre von elf Jahren verurteilt.

Vor Gericht gestand der Täter, Geschlechtsverkehr mit der damals 13-Jährigen gehabt zu haben, gab jedoch an, dass dieser einvernehmlich erfolgt sein soll. Das Mädchen soll darüber hinaus bei ihrem Alter gelogen und sich als 16-Jährige ausgegeben haben. Eine Darstellung, die der Richter jedoch zurückwies. Der Täter versuche damit, „die Schuld auf das Opfer“ zu schieben. (fd)

Ein Zeugenaufruf der Münchner Polizei nach einer Vergewaltigung hat zuletzt ebenfalls für Aufsehen gesorgt.

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