"Die Oma muss weg"

Großvater soll Enkel zum Mord angestiftet haben

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Der Enkel attackierte seine Oma mit der Axt.

Ried/Wien - Mit den Worten „Die Oma muss weg“ soll ein Großvater seinen Enkel überredet haben, dessen Oma brutal umzubringen. Nun stehen beide Männer in Oberösterreich vor Gericht.

Der damals 18-Jährige soll die 68 Jahre alte Frau mit einer Axt angegriffen sowie mit einem Messer auf sie eingestochen haben. Am Montag startete der Mordprozess gegen die beiden Männer am Landesgericht im oberösterreichischen Ried im Innkreis. Der Enkel hat die Bluttat, die sich im Oktober 2012 in Taufkirchen an der Pram abspielte, gestanden.

Das Abhängigkeitsverhältnis zu seinem Großvater sei Motiv für die Tat gewesen. Dreimal habe der 72-Jährige ihn gedrängt, die Großmutter umzubringen. Am 26. Oktober habe er ihm dann den konkreten Auftrag gegeben - nicht zuletzt wegen seines Alibis: Der Opa hatte eine Feier in einem Lokal organisiert und hielt sich zur Tatzeit dort auf.

„Es war mir nicht möglich, Nein zu sagen. Ich hab' befürchtet, dass er mir was antut“, sagte der Enkel vor Gericht. Seine Großmutter habe er eigentlich immer gern gehabt. Der Großvater hat alle Vorwürfe abgestritten.

Laut Anklage soll der Rentner einen Raubmord als Inszenierung vorgeschlagen und seinem Enkel dafür Anweisungen gegeben haben. Der 18-Jährige hatte nach der Tat ausgesagt, sein Opa habe zu ihm gesagt: „Täusch einen Einbruch vor“ und „Werkzeug ist im Keller - weißt eh“.

Der Staatsanwalt schilderte den Tathergang so: Der junge Mann fuhr mit dem Moped zum Haus seiner Großeltern. Er hatte einen Schlüssel, mit dem er in den Keller schleichen konnte. Dort nahm er eine Axt und ging damit ins Wohnzimmer, wo die Großmutter vor dem Fernsehen saß. Mit der stumpfen Seite der Axt habe der Angeklagte zugeschlagen.

Die Frau rettete sich laut Anklage in das Badezimmer und versorgte dort ihre Kopfwunde. Als sie zurückkehrte, habe ihr Enkel kein Zurück mehr gesehen, wild mit der Hacke auf sie eingeschlagen und ihr dabei den Kopf zertrümmert. Trotzdem habe er ihr auch noch mit einem Messer fünfmal in die Brust gestochen - „damit sie nicht unnötig leiden muss“, argumentierte er vor den Ermittlern.

Danach habe er die gläserne Verandatür von außen eingeschlagen, sei davongefahren, habe die Tatwaffe im Fluss versenkt und fast seine gesamte Kleidung in einen Container geworfen. Später sei er zu der Feier des Großvaters gefahren und habe ihm zugenickt. Dieser sei nach dem Fest heimgefahren und habe den Mord gemeldet.

Der Großvater habe sich mit der Tat aus einer von seinen Seitensprüngen geprägten Ehe befreien wollen. Den Männern, die bislang unbescholten waren, drohen bis zu 20 Jahre oder lebenslange Haft. 51 Zeugen und zwei Sachverständigen sollen befragt werden. Ein Urteil wird am 6. September erwartet.

dpa

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