Zu Gruselig?

Schulkind hatte offenbar Albträume: Tätowierter Lehrer bekommt Post von Behörde - mit drastischen Folgen

Sylvain Hélaine vor einem Bücherregal
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„Freaky Hoody“ - So lautet der Künstlername von Sylvain Hélaine

Sobald Sylvain Hélaine einen Klassenraum betritt, herrscht erstmal Stille. Der Grund: Der Franzose ist beinahe am ganzen Körper tätowiert. Den Behörden ist das allerdings ein Dorn im Auge.

  • Sylvain Hélaine ist ein laufendes Kunstwerk - Tattoos zieren seinen kompletten Körper.
  • Für diese Körperkunst blätterte der Grundschullehrer 57.000 Euro hin.
  • Behörden greifen hart durch: Seine Tattoos sind manchen Leuten ein Dorn im Auge.

Paris - Angefangen hat alles im Alter von 27 Jahren, denn da ließ sich Sylvain in London sein erstes Tattoo stechen. Mittlerweile ist er 35 und hat beinahe alles an seinem Körper tätowiert, unter anderem: Zahnfleisch, Zunge, Augäpfel und sogar Geschlechtsteile inbegriffen. Nebenberuflich verdient Sylvain durch seine Körperkunst mit Modeljobs sein Geld. Sein eigentlicher Beruf ist jedoch Lehrer. In der kleinen Gemeinde Palaiseau, die südlich von Paris liegt, arbeitet er bereits länger an Kindergärten oder Grundschulen. Seine Leidenschaft wird dem jungen Mann allerdings jetzt zum Verhängnis durch die Behörden.

Verrückte Körperkunst für 57.000 Euro - Grundschullehrer ließ sich sogar Augapfel tätowieren

Paris- und vermutlich Frankreichs meist tätowierter Mann ist dank seiner Körperkunst ein echter Hingucker. Kein Wunder, dass bei den Grundschülern erstmal allgemeines Schweigen herrscht, sobald er das Klassenzimmer betritt: „Aber wenn ich mich vorstelle und sie sehen, dass ich ein Lehrer wie alle anderen bin, ist es cool“, erzählte der Grundschullehrer dem französischen Nachrichtendienst AFP.

Hélaine ist im wahrsten Sinne bis zu seinen Augäpfeln tätowiert - empfehlen würde er das allerdings keinem: „Das war die reinste Tortur - sie halten einem die Augen offen, und man spürt, wie die Nadel in das Weiße sticht“, berichtete er der AFP. Um diesen Eingriff überhaupt durchführen zu lassen, reiste er bis in die Schweiz, denn in Frankreich ist das verboten. Den ganzen Spaß hat sich der 35-Jährige auch einiges kosten lassen - Stolze 57.000 Euro blätterte er für seine Tätowierungen hin. Dafür wohnte er bis vor drei Jahren auch noch in seinem Elternhaus.

So eindrucksvoll sehen Sylvains Tattoos aus.

Schulkind hatte durch Sylvains Tattoos Albträume: Behörde will Konsequenzen ziehen

An den ersten Anblick muss man sich vielleicht erstmal gewöhnen, doch „nach ein paar Minuten, wenn ich zu reden anfange, merken sie, dass ich ein normaler Mensch bin“, erzählte der Franzose der SZ. Doch nicht immer sind seine Erlebnisse positiv geprägt. Im Interview mit der SZ erzählte er auch: „Aber dann gab es diesen Vorfall im vergangenen September. Ein dreijähriges Kind sagte seinen Eltern, ich sei gruselig, ein Monster. Es hatte wohl auch Albträume. Ich hatte mit dem Kind nichts zu tun, es kann mich höchstens aus der Ferne gesehen haben. Die Eltern schrieben einen Brief, ich sei ein radikalisierter Mann, und sie fügten ein paar halbnackte Fotos aus dem Internet bei.“ Nach diesem Vorfall schritten die Behörden ein. Die Konsequenz: Der Grundschullehrer darf nur noch Sechs- bis Elfjährige unterrichten, da er einfach zu gruselig für jüngere Kinder sei.

Seine Tattoos hinterlassen Eindruck: An seiner Körperkunst bleibt man augenscheinlich hängen.

Diskriminierung, wie er findet: „Das mache ich eh am liebsten, also kein Problem. Aber ich kann nicht akzeptieren, dass ich diskriminiert werde wegen meines Aussehens. Ich bin enttäuscht vom französischen Bildungssystem, von meinen Vorgesetzten, die mich plötzlich nicht mehr unterstützten. Sie sollten den Eltern sagen, dass sie es sind, die sich ändern müssen, nicht ich.“ (mrf)

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