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Im Golf von Mexiko

Grusel-Fang: Fischer zieht seltenen Koboldhai an Bord

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Gruselig: Der im Golf von Mexiko gefangene Koboldhai.

Key West - Was für ein Fang: Einem Krabbenfischer ist im Golf von Mexiko ein äußerst seltener, prähistorisch aussehender Koboldhai ins Netz gegangen.

Nach den Aufnahmen des gefangenen Koboldhais warf der Fischer das Tier wieder ins Wasser zurück.

Meeresbiologen zeigten sich beeindruckt vom Fund des rosafarbenen, rund fünf Meter langen Tiefseehais mit paddelförmiger Schnauze und spitzen, nach vorn abstehenden Zähnen. Der Fischer aus dem US-Staat Florida fotografierte den raren Fang und warf ihn anschließend zurück ins Wasser, sagte eine Sprecherin der US-Behörde für Wetter und Ozeanografie (NOAA) am Montag. Der Hai schwamm davon. Es war demnach erst das zweite Mal, dass ein Koboldhai im Golf von Mexiko gesichtet wurde. Die Tiere leben vor allem im westlichen Pazifik.

Größter gefangener Koboldhai war neun Meter lang

Die gruselig aussehenden Koboldhaie sind in Tiefen zwischen 100 und 1300 Metern. Kein Wunder, dass sie so selten einem Fischer ins Netz gehen bzw. an der Angel zappeln. Die Haie können über sechs Meter lang werden. Der größte bislang dokumentierte Koboldhai war ein knapp neun Meter langes Weibchen, das im Jahr 2000 gefangen wurde.

Unverwechselbares Kennzeichen der Koboldhaie ist ihre bizarre Kopfform. Obwohl sie langsame Schwimmer sind, können die Raubtiere mit dem ausstülpbaren Maul und ihren langen spitzen Zähnen schnell schwimmende Fische einfangen. Die markante  Schnauzenverlängerung der Koboldhaie ist mit Sinneszellen besetzt und dient als eine Art Scanner zum Auffinden von Beute, die sich auf dem Meeresgrund eingegraben hat.

Koboldhai: Name kommt von japanischem Fabelwesen 

Seinen Namen hat der Koboldhai aufgrund seines markant vorgestreckten Kiefers. Der gebräuchliche Name "Koboldhai" ist eine Übersetzung seines alten Japanischen Namens "Tenguzame". Ein Tengu ist ein japanisches Fabelwesen, das in der Regel mit einer langen Nase und einem roten Gesicht dargestellt wird.

Noch eine anatomische Besonderheit im Bezug auf den Koboldhai: Die Tiere sind ovovivipar, wie der Biologe sagt. Heißt konkret: Die Haie legen ihre dotterreichen Eier nicht ab, sondern brüten sie im Mutterleib aus. Die Jungtiere schlüpfen noch im Körper des Muttertieres oder kurz nach der Eiablage.

Wer nach den Fotos des an Bord gezogenen Koboldhais nun drauf und dran ist, eine Phobie vor dem Baden im Meer zu entwickeln: Keine Angst! Dass ein Koboldhai jemals mit einem Schwimmer zusammentrifft ist ziemlich unwahrscheinlich. Denn die Haie halten sich die meiste Zeit in der Tiefsee auf. Wenn Sie beim Tauchen künftig mit dem Fuß an etwas langes stoßen, ist es vermutlich nicht die Nase des Koboldhais.

dpa/fro

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