Hacker platzieren Todesmeldung von Medienmogul Murdoch

Washington - Hacker haben laut Medienberichten auf der Webseite der Zeitung “The Sun“ eine gefälschte Todesmeldung des Medienmoguls Rupert Murdoch platziert.  Dieser soll indessen heute vor britischen Parlamentariern aussagen.

Die Hackergruppe Lulz Security bekannte sich nach einem Bericht des Nachrichtensenders CNN vom Montag via Kurznachrichtendienst Twitter zu der gefälschten Meldung. Die Gruppe kündigte weitere Cyberattacken in den kommenden Tagen an. Lulz Security hat bereits Webseiten von Unternehmen wie Sony und auch des US-Senats attackiert. Gemeinsam mit weiteren Schlüsselfiguren des britischen Abhörskandals soll Murdoch am heutigen Dienstag vor britischen Parlamentariern aussagen. Die Abgeordneten den 80-Jährigen darüber befragen, was er von den illegalen Abhörpraktiken gewusst hat. Ebenfalls vorgeladen sind Murdochs Sohn James und die frühere Verlagsmanagerin Rebekah Brooks.

Rupert Murdoch: Sein Imperium

Rupert Murdoch: Sein Imperium News Corporation

Bei der britischen Polizei waren ebenfalls zwei ehemalige Journalisten der in einen Abhörskandal verwickelten Zeitung “News of the World“ beschäftigt. Der Reporter Alex Marunchak sei zwischen 1980 und 2000 als Dolmetscher für Ukrainisch tätig gewesen, teilte Scotland Yard am Montag mit. Er habe dabei auch Zugang zu höchst heiklen Informationen gehabt. Zuvor war bekannt geworden, dass der ehemalige “News of the World“-Mitarbeiter Neil Wallis, der in das Abhören von Mobiltelefonen verstrickt war, als PR-Berater der Londoner Polizei eingestellt war. Polizeichef Paul Stephenson trat deswegen am Sonntag zurück. 

Aufsichtsrat steht hinter Medienmogul

Der Aufsichtsrat des Medienunternehmens News Corp. hat sich derweil hinter den unter Druck geratenen Vorstandsvorsitzenden Murdoch gestellt. Aufsichtsratsmitglied Thomas Perkins wies am Montag Berichte über eine Nachfolgeregelung für den Unternehmensgründer zurück. Murdoch habe die volle Unterstützung des Aufsichtsrats und es gebe keine Pläne, ihn wegen des Abhörskandals in Großbritannien zu ersetzen, sagte Perkins in einem Interview der Nachrichtenagentur AP.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuvor berichtet, der Aufsichtsrat habe einen Plan für die Nachfolge Murdochs erarbeitet, nach dem der Vorstand für das operative Geschäft, Chase Carey, neuer Vorstandsvorsitzender werden solle. Ausschlaggebend für einen möglichen Personalwechsel an der Spitze von News Corp. sei, wie sich Murdoch bei der Anhörung vor dem britischen Parlament am heutigen Dienstag verhalte, zitierte Bloomberg eine Gewährsperson. Auch Murdochs Sohn James und die ehemalige Chefin der britischen Zeitungssparte von News Corp., Rebekah Brooks, sollten von den Abgeordneten befragt werden.

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Perkins räumte zwar ein, dass er bereits seit längerem eine grundsätzliche Nachfolgeregelung für die Konzernspitze von News Corp. gebe. Der Abhörskandal um die mittlerweile eingestellte Boulevardzeitung “News of the World“ habe an den Plänen jedoch nichts geändert. “Ich kann Ihnen versichern, dass es auf Aufsichtsratsebene keine Diskussionen über einen Wechsel im Zusammenhang mit dem aktuellen Skandal gegeben hat. Der Aufsichtsrat unterstützt das Topmanagement vollkommen“, sagte Perkins. “Der Aufsichtsrat und der Vorstand sind von sehr schlechten Menschen aus den unteren Ebenen der Organisation in die Irre geführt worden.“

dpa/dapd

Rubriklistenbild: © AP

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