Etliche „Luxusaufwendungen“

Mann hat plötzlich 170 000 Euro auf dem Konto und feiert die Party seines Lebens - mit massiven Folgen

Gekühlter Champagner steht auf der Bar des Nachtclubs "Bel Ami" in Berlin.
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170 000 Euro landen scheinbar durch einen Bank-Fehler auf dem Konto eines Mannes. Das Geld gibt er nicht zurück, sondern investiert. (Symbolbild)

Dieser Anblick ließ ihn wohl breit lächeln: 170 000 Euro landen fälschlicherweise auf dem Bankkonto eines Mannes - und er denkt nicht daran, das Geld zurückzugeben.

  • Auch Banken unterlaufen Fehler: Immer wieder kann es passieren, dass Geldbeträge fälschlicherweise auf Konten landen.
  • So hatte ein 30-Jähriger plötzlich 170 000 Euro auf dem Kontoauszug* stehen.
  • Den Fehler meldete er seiner Bank nicht - jetzt muss er mit den Konsequenzen rechnen.

Hannover - Da staunt man doch nicht schlecht. Der Blick auf das Konto zeigt plötzlich 170 000 Euro plus. Wenn es sich nicht etwa um einen Glückstreffer in der Lotterie oder ein ungeahntes Erbe handelt, kann es doch aber bloß eine fehlerhafte Überweisung sein. Erhält man diese, ist man als Empfänger dazu verpflichtet, dies der Bank umgehend zu melden. Denn auch Bankangestellten können schließlich Fehler unterlaufen. Irren sich diese bei nur einer Ziffer, können große Summen auf fremden Konten landen.

Bank-Fehler kommt Geldempfänger teuer zu stehen

So ähnlich ist es Mitte Juli 2019 auch einem 30-Jährigen ergangen. Auf seinem Kontoauszug waren plötzlich 170 000 Euro vermerkt worden. Der Mann wandte sich mitnichten an seine Bank und behielt das Geld einfach ein*. Eine unmoralische Entscheidung, die ihm jetzt teuer zu stehen kommt. Vor dem Landgericht Hannover musste er sich deshalb nun verantworten.

Für ihn kommt es jetzt ganz dick - denn der Hannoveraner hat die 170 000 Euro nicht einfach nur behalten, sondern auch ausgegeben. Geradezu „verprasst“ soll er die Summe haben, wie ihm die Staatsanwaltschaft vorwirft. Und die Anschuldigungen liegen auf der Hand - denn allein vom 24. bis 27. Juli 2019 hat er 92 000 Euro auf den Kopf gehauen. Das Gericht konnte ihm sogar nachweisen, wofür genau.

Die Party seines Lebens: 30-Jähriger verprasst alles für Autos, Casino- und Bordell-Besuche

Offenbar hat sich der 30-Jährige mit dem „unerwarteten“ Geldsegen eine sehr schöne Zeit gemacht: 3600 Euro gab er für ein Hotel und Mietwagen aus, 15 000 Euro verspielte er in einem Casio und 18 500 lies er sich einen Besuch im Bordell kosten - laut eigenen Angaben wurden ihm 50 000 Euro gestohlen.

Unter anderem investierte der 30-Jährige die 170 000 Euro in teure Mietwagen, Casino- und Bordell-Besuche. (Symbolbild)

Wie die DPA jetzt mitteilt, habe die 4. Zivilkammer des Landgerichts Hannover* den 30-Jährigen dazu verurteilt, den vollständigen Betrag der fehlerhaften Überweisung an die Bank zurückzuzahlen. Das Gericht wies darauf hin, dass er von Beginn an mit einer Rückzahlung habe rechnen müssen - die Klageforderung habe er anerkannt und sei nun auch zur Rückzahlung verpflichtet.

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Die Party seines Lebens kommt dem 30-Jährigen nun also teuer zu stehen, da half auch sein Einwand nichts, die Überweisung zwar erhalten, das Geld ja aber größtenteils für „Luxusaufwendungen" ausgegeben zu haben. Das Gericht kennt kein Pardon - erst recht nicht, als noch eine unfassbare Information bekannt wird.

Der Hammer vor Gericht: Überweisung war gar kein Fehler?

Mitte Juli 2019 habe der Mann die Fehlüberweisung erhalten - zu diesem Zeitpunkt war seine damalige Lebensgefährtin genau bei dem Bankunternehmen angestellt, welches ihm die 170 000 Euro überwiesen hat. Seine Freundin war unter anderem in der Auszahlungsabteilung tätig und hat, wie interne Ermittlungen und die Auswertung elektronischer Daten jetzt zeigen, die Überweisung an ihn auch veranlasst*. (cos) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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Kommentare

Vincent BeckerAntwort
(0)(1)

Quatsch mit Himbeersauce! Es gibt Länder, in denen (aufgrund von Gesetzgebung) die Bank den Schaden zu tragen hat. Wenn Sie falsch an jemanden überweisen, ist Ihre Kohle weg. Niemand würde gross einen Finger für Sie rühren. Auch in Deutschland nicht.

Hans SchmittAntwort
(0)(0)

Naja, wenigstens 🤴 für einen Monat.
Danach Hartz und P-Konto 🤡

Tomtom69
(2)(0)

Wie blöd muss man sein? Ist doch klar dass das auffällt. Die Bank gewinnt am Ende immer