Obduktion soll Ursache klären

„Bedrohungslage“ in Hannover: Mann stirbt nach Taser-Einsatz der Polizei - Erste Details bekannt

Illustration: Ein Polizeibeamter demonstriert einen Schuss mit einem Distanzelektroimpulsgerät (DEIG oder auch Taser)
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Taser können nur nach einer speziellen Ausbildung von Polizeibeamten eingesetzt werden.

Ein 39-Jähriger ist nach einem Polizeieinsatz verstorben. Nachdem das SEK einen Taser einsetzen musste, verschlechterte sich der gesundheitliche Zustand des Mannes stetig.

Hannover - In der Nacht auf Freitag, den 1. Oktober, ging ein verwirrender Notruf bei der Polizei Hannover ein. Ein 39-jähriger Mann „machte zusammenhanglose Angaben über angeblich von ihm begangene Straftaten“, wie die Polizeidirektion Hannover in einem ersten Statement mitteilte. Als die Beamten eintrafen, seien sie bedroht worden, weshalb das Sondereinsatzkommando angefordert wurde. Dieses nutzte zur Überwältigung des Mannes einen Taser. Anschließend sei er ins Krankenhaus gebracht worden, wo er noch am selben Tag verstarb.

Mann löst SEK-Einsatz aus: Nach Taser-Einsatz stirbt er im Krankenhaus

Nach dem ungewöhnlichen Notruf um 02.20 Uhr sei sofort ein Einsatzkommando der Polizei nach Garbsen geschickt worden. Als die Beamten in der Wohnung des Mannes eintrafen, seien sie mit einem Messer und einem Metallgegenstand bedroht worden. Auch drohte er verbal mit weiteren Straftaten, sodass die Polizisten die Ehefrau des Mannes aus der Wohnung retteten. Aufgrund des auffälligen Verhaltens und der nicht zu identifizierenden Bewaffnung des Mannes wurde das SEK gerufen.

Am frühen Morgen trafen die SEK-Einsatzkräfte ein und konnten den Mann überwältigen. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover am Dienstag bemerkte, hätte es „eine Bedrohungslage“ gegeben, weswegen ein Taser eingesetzt worden sei. Für dessen Nutzung benötigen die Beamten eine spezielle Ausbildung, denn die Elektroschocker können kurzzeitig das Nervensystem mithilfe von Stromimpulse lähmen. Taser befördern Pfeilelektroden in den Gegner, die ihn dann zu Boden befördern. Nach dessen Einsatz sei es dem Mann stetig schlechter gegangen, sein Gesundheitszustand wurde besorgniserregend. Er wurde zur stationären Behandlung in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht.

Zunächst bestand Lebensgefahr. In einer anschließenden Nachtragsmeldung teilte die Polizeidirektion Hamburg dann über den Tod des 39-Jährigen mit. Am Freitagabend unterlag er den Folgen des Einsatzes. Nun ermittelt die Kriminalpolizei Hannover zur genauen Todesursache. Eine Obduktion soll den Fall aufklären.

Immer wieder kommt es zum Einsatz von Tasern. Vor Kurzem nutzte die Polizei München das Gerät, um einen 18-Jährigen niederzustrecken. (ale)

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