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Harald Lesch schickt uns … Ab ins All!

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Der Piper-Verlag ist mutig und geht mit einer Startauflage von 50.000 Exemplaren auf den Markt.
Der Piper-Verlag ist mutig und geht mit einer Startauflage von 50.000 Exemplaren auf den Markt. © dpa

München - „Ihr habt ein Buch über alles geschrieben. Und jetzt?“ – „Jetzt gehen wir essen.“ So hört sich das an, wenn der geistreich-spritzig moderierende Christoph Süß Harald Lesch trifft, Deutschlands Astro-Physiker vom anderen Stern.

Harald Lesch
Foto: Marcus Schlaf, 21.12.04
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Harald Lesch Foto: Marcus Schlaf, 21.12.04 gespeichert lesch

Weil der es schafft, den komplexen Kosmos so leidenschaftlich und engagiert zu erklären (da würde er schon widersprechen: Wir kennen ja nur einen kleinen Bruchteil davon), dass auch der ungeübteste Laie mit Genuss zuhört.

Wie nun im Volkstheater, wo Lesch und sein Co-Autor Harald Zaun ihr Buch „Die kürzeste Geschichte allen Lebens“ vorstellten (Piper, 224 S., 16,90 Euro) – ab heute im Handel. Das Buch ist locker und leicht geschrieben, ganz im Stil von Leschs Rhetorik (auch wenn die live und in Farbe nochmals intensiver ist). Das allumfassende Vergnügen des Abends ist naturgemäß weniger die Lesung denn das Gespräch mit den beiden „Harrys“, wie Süß sie nannte. Frage an die Autoren: „Ist das nicht frech, vom Urknall bis heute ein Buch zu verfassen, das auch noch so dünn ist?“ Antwort: „Es ist vor allem bitter.“ Weil sich Lesch und Zaun der Unmöglichkeit bewusst waren, auch nur annähernd umfassend über den Kosmos zu schreiben – seine Entwicklung und die Position des Menschen früher, heute und künftig. Und weil große Physiker seit 100 Jahren notgedrungen auch Philosophen sind, bekam man jede Menge Denkfutter mit auf den Weg. Der Mensch, sagt Lesch, ist von seinem Erkenntnis-Apparat nicht dazu geschaffen, dem auf den Grund zu gehen, was er nicht zum täglichen Überleben braucht. „Der Erfahrungsschatz ist klar und übersichtlich.“ Vorteil: Wenn wir alles wüssten, dann wäre das gleichbedeutend mit Stillstand und Tod. Im Grunde, so der künftige ZDF-Wissenschafts-Experte, „sucht jeder Naturwissenschaftler Gott – auch wenn er behauptet, er sei Atheist.“ Sie suchen nach dem, was – siehe Faust – die Welt (und nicht nur die) im Innersten zusammenhält. Noch mal Süß: „Bist du froh, Astrophysiker zu sein?“ – Lesch: „Ich bin immer froh.“ M. Bieber

Quelle: tz

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