Notwehr oder Heimtücke?

Angst vor Dildo: Hausmeisterin schlägt Nachbarin tot

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Als ihre Nachbarin sich mit einem Dildo an sie heranmachte, flippte eine österreichische Hausbesorgerin völlig aus.

Korneuburg - Weil sie ihre Nachbarin erschlagen hat, steht eine Hausverwalterin vor Gericht. Sie habe in Notwehr gehandelt, so die 46-Jährige. Denn die Frau hatte sie mit einem Dildo bedroht.

Seit Donnerstag steht eine Hausbesorgerin vor dem Landesgericht Korneuburg bei Wien: Sie sei für den Tod ihrer 58-jährigen Nachbarin verantwortlich, gab die 46-jährige Hausmeisterin aus Serbien nach Berichten der Tiroler Tageszeitung zu. Beabsichtigt habe sie den Vorfall aber nicht, sie habe sich nur gewehrt - denn die Frau habe sie mit einem Dildo bedroht.

Dabei hatte alles scheinbar ganz harmlos angefangen: Wie es als Hausbesorgerin ihre Aufgabe war, hatte die Angeklagte für ihre getötete Nachbarin ein Paket angenommen und später bei ihr abgegeben. Zum Dank lud die 58-jährige Frau sie auf einen Kaffee in ihre Wohnung ein. Weil offenbar die Kaffeemaschine nicht richtig funktionierte, tüftelte die serbische Hausmeisterin daran herum.

Plötzlich habe die Nachbarin sich mit einem Dildo um die Hüften geschnallt an sie herangeschlichen, schilderte die 46-Jährige vor Gericht. Die Frau habe sie von hinten gepackt und an den Brüsten und im Schritt begrapscht.

Wilde Rauferei bis zum tödlichen Schlag

Zwischen den Frauen entstand eine wilde Rauferei, in der die Frau mit dem Umschnall-Dildo zu Boden ging und der Hausmeisterin in den Finger gebissen haben soll. Daraufhin griff die Serbin nach eigener Angabe "irgendwas, das in der Küche lag" und schlug damit "drei oder vier Mal" auf das Opfer ein. Dass sie ihr Opfer dabei getötet haben könne, sei ihr nicht in den Sinn gekommen - nur, "dass irgendwas passiert ist".

Aus Sicht ihres Verteidigers hat die Serbin in Panik "ganz klar überreagiert" und sich damit eine Notwehrüberschreitung zu Schulden kommen lassen. Die Version der Staatsanwaltschaft klingt jedoch ganz anders: Sie legt der Angeklagten mehr als 20 Schläge auf ihr Opfer zur Last, die sie noch dazu "von hinten und überraschend" ausgeteilt haben soll.

Heimtückisch die Tat vertuscht

Weit schwerer wiegt noch, was die 46-Jährige danach getan haben soll: Laut Anklage soll sie in der Wohnung der niedergeschlagenen Nachbarin herumgewühlt und zwei Tage später sogar die polizeiliche Öffnung der Wohnung verhindert haben. In einer SMS an eine Nachbarin habe sie sich als ihr Opfer ausgegeben, das nur im Urlaub sei. Danach soll sie monatelang nach Serbien untergetaucht sein: Aus Angst vor den vielen Fragen, wie die Serbin vor Gericht sagte. Denen wird sie nun nicht mehr entgehen - der Prozess dauert an. 

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