Hells-Angels-Rocker nach Todesschuss vor Gericht

Koblenz - Ohne jede Vorwarnung schoss der Hells-Angels-Rocker durch eine Tür und tötete einen Polizisten. Nun muss sich der 44-Jährige in Koblenz wegen Mordes vor Gericht verantworten. 

Lesen Sie dazu auch:

Elf Jahre Haft im Rockerprozess

Polizei findet zahlreiche Waffen bei Hells Angels

Ein halbes Jahr nach den tödlichen Schüssen auf einen SEK-Beamten beginnt am kommenden Dienstag (14. September) in Koblenz der Mordprozess gegen ein Mitglied des Rockerclubs Hells Angels. Der 44-jährige Angeklagte soll Mitte März ohne jede Vorwarnung aus seinem Haus in Anhausen heraus geschossen haben. Er traf einen Beamten des Spezialeinsatzkommandos (SEK), der Mann starb trotz seiner Schutzweste. Bei der Polizeiaktion sollte eigentlich das Haus des Rockers durchsucht werden.

Großalarm für Polizei: Hells Angels kommen

Hells Angels
Wer sie nicht kennt: Die Hells Angels sind ein Rocker- und Motorradclub, dessen Mitglieder öfter mit dem Gesetz in Konflikt geraten. © dpa
Hells Angels
Die Werte der „Höllenengel“ lauten Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Respekt und Freiheit. © dpa
Hells Angels
Gegründet wurde der Club 1948 in Kalifornien. © dpa
Als „Backpatch“, also Logo auf der Lederjacke, wird ein Totenkopf mit Flügeln verwendet, der als „Deathhead“ bezeichnet wird. Der Schriftzug, und damit die Clubfarben, ist rot auf weiß.
Als „Backpatch“, also Logo auf der Lederjacke, wird ein Totenkopf mit Flügeln verwendet, der als „Deathhead“ bezeichnet wird. Der Schriftzug, und damit die Clubfarben, ist rot auf weiß. © dpa
Rocker der Hells Angels auf dem Weg zu einem Treffen in Prag.
Rocker der Hells Angels auf dem Weg zu einem Treffen in Prag. © dpa
Hells Angels
Vor einem Treffen werden zwei Hells Angels von der Polizei durchsucht. © dpa
Hells Angels
Ein Rocker macht mit seinem Motorrad den „Burn out“. © dpa
Hells Angels
Mitglieder der Hells Angels werden auf dem Weg zur Autobahn von Polizeifahrzeugen eskortiert. © dpa
Hells Angels
Mitglieder der Hells Angels werden auf dem Weg zur Autobahn von Polizeifahrzeugen eskortiert. © dpa
Hells Angels
Ein Polizist überwacht ein Treffen der Hells Angels. © dpa
Hells Angels
Ein Treffen der Hells Angels. © dpa
Hells Angels
Ein Polizist überwacht ein Treffen der Hells Angels. © dpa
Hells Angels
Europatreffen der Hells Angels mit Kaffeefahrt: Die Mitglieder sitzen in einem Boot, einem so genannten "Auswanderer", um zu der Insel Wilhelmstein im Steinhuder Meer überzusetzen. Dort gibt es erst Kaffee und Kuchen. Anschließend beginnt eine Party. © dpa
Hells Angels
Rund 1500 Mitglieder waren mit ihrem Motorrädern zum Europatreffen gekommen. Dafür ist extra ein Gelände in einem Industriegebiet angemietet worden. © dpa
Hells Angels
Hells Angels © dpa
Hells Angels
Eine Kutte der Hells Angels und bei einer Razzia beschlagnahmte Waffen in der Asservatenkammer des Polizeipräsidiums in Kassel. © dpa
Hells Angels
Nach einer Gerichtsverhandlung haben sich Mitglieder der früher verfeindeten Rockergruppen Bandidos und Hells Angels eine Schlägerei geliefert. Die Polizei hat einige von ihenn verhaftet. © dpa
Hells Angels
Nach der Schlägerei auf offener Straße wurde dieses Mitglied der Hells Angels verhaftet. © dpa
Hells Angels
Hells Angels auf ihren schweren Maschinen. © dpa
Hells Angels
Ein festgenommener Rocker. © dpa
Hells Angels
Die „Kutte“ der Hells Angels. © dpa

Die Durchsuchung war Teil umfangreicher Ermittlungen im Rockermilieu. Die Staatsanwaltschaft hat insgesamt elf Männer und Frauen angeklagt, unter anderem wegen räuberischer Erpressung. So soll der 44-Jährige zusammen mit anderen Hells Angels ein früheres Mitglied des Rockerclubs aus dem Westerwald um 7000 Euro erpresst haben. Das Gericht wies jedoch darauf hin, dass es in diesem Prozess nur um die Vorwürfe gegen den 44-Jährigen geht. Zunächst sind elf Verhandlungstage bis Ende November anberaumt.

In Rheinland-Pfalz stehen die Rocker unter verschärfter Beobachtung. Das liegt auch an einer tödlichen Attacke im Milieu, die im Juni 2009 für Aufsehen gesorgt hatte. Damals hatten drei Mitglieder der Hells Angels im Donnersbergkreis einen führenden Kopf der konkurrierenden Outlaws getötet. Zwei von ihnen wurden vom Landgericht Kaiserslautern zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, Ernst Scharbach, hatte zur Anklageerhebung im Fall Anhausen gesagt: “Wir sehen mit großer Sorge, dass manche Gruppen in der Lage sind, ganze Gegenden zu terrorisieren.“ Er sieht die Justiz beim Kampf gegen Rockerkriminalität stärker in der Pflicht. Ziel müsse es sein, den Gruppen die Bildung einer kriminellen Vereinigung nachzuweisen, was wiederum ein Verbot erleichtern würde. Das sei aber mit einem größeren Aufwand verbunden, den die Justiz angesichts knapper Ressourcen oftmals scheue.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Polizisten stoppen kaputtes Auto - als sie hinein blicken, stockt ihnen der Atem
Polizisten stoppen kaputtes Auto - als sie hinein blicken, stockt ihnen der Atem
In den Armen dieses Moderators stirbt ein Fremder - dann bekommt der Radiomann eine unerwartete Nachricht
In den Armen dieses Moderators stirbt ein Fremder - dann bekommt der Radiomann eine unerwartete Nachricht
Ryanair-Maschine landet unplanmäßig in Frankfurt - 33 Passagiere in Klinik
Ryanair-Maschine landet unplanmäßig in Frankfurt - 33 Passagiere in Klinik
Tochter tötet Vater, nachdem sie in einer Schachtel verstörende Fotos findet
Tochter tötet Vater, nachdem sie in einer Schachtel verstörende Fotos findet

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.