Kabarett-Legende gestorben

Herbert Feuerstein: Harald Schmidt, Armin Rohde und Oliver Pocher würdigen „Meister der Kunst“

Der deutsche Journalist und Kabarettist Herbert Feuerstein ist tot. Er wurde 83 Jahre alt. Harald Schmidt und weitere Prominente würdigen einen „ganz Großen“.

  • Herbert Feuerstein ist tot. Der deutsche Journalist, Autor und Kabarettist starb im Alter von 83 Jahren.
  • Bekannt wurde Herbert Feuerstein an der Seite von Harald Schmidt in den Shows „Pssst...“ und „Schmidteinander“ in der ARD.
  • Der gebürtige Österreicher Feuerstein lebte in dritter Ehe mit der Redakteurin Grit Bergmann.

+++ 20:22 Uhr: Auch Schauspieler Armin Rohde würdigt Herbert Feuerstein. Der „Der Gute Bulle“-Darsteller twittert, Herbert Feuerstein sei ein Meister in der Kunst, sich selbst nicht ernst zu nehmen. Nun habe er die Dimension gewechselt.

Oliver Pocher äußerte sich ebenfalls auf Twitter: „Ob als Gerichtsvollzieher im ‚Vollidiot‘, bei ‚Genial Daneben‘ und vor allem bei ‚Schmidteinander‘, Herbert Feuerstein war legendär und es war eine Ehre mit Ihm zusammenzuarbeiten.“

+++ 18:45 Uhr: Harald Schmidt würdigt seinen kongenialen Partner Herbert Feuerstein nach dessen Tod. Mit Bezug auf einen gemeinsamen Sketch sagt Schmidt: „Feuerstein ist unsterblich, zumindest solange mir noch wildfremde Leute auf Rolltreppen das Putzgeräusch der Zwergbrillenratte vorspielen.“ Feuerstein habe Schmidt „befohlen“, vor ihm zu sterben. Nun sei es anders gekommen.

Herbert Feuerstein war ein Genie, sagt Harald Schmidt. Das habe er ihm selbst gesagt, und Schmidt habe es ihm bestätigt. Seine letzten Worte für den jahrelangen Weggefährten wählt Schmidt mit Bedacht: „Zum Abschied danke und leise servus auf der Nasenflöte - tschüss, Feuerstein“.

+++ 15:21 Uhr: Mittlerweile gibt es erste Reaktionen auf den Tod von Herbert Feuerstein. So reagierte Pro-Sieben-Entertainer Klaas Heufer-Umlauf in einem Tweet betroffen und voller Respekt. „mails hat er immer unterschrieben mit „zukünftige legende herbert feuerstein“. recht hatte er!“, schreibt Heufer-Umlauf über ein Foto, dass ihn mit Herbert Feuerstein gemeinsam in einer Gesprächssituation zeigt.

Schmidteinander-Star Herbert Feuerstein gestorben

Erftstadt - Der deutsche Journalist, Autor und Kabarettist Herbert Feuerstein ist tot. Dies meldet zuerst die Tagesschau. Bekannt geworden war Herbert Feuerstein als Sidekick von Harald Schmidt in den gemeinsamen Fernsehformaten „Pssst...“ und „Schmidteinander“. Als Entertainer machte sich Feuerstein vor allem durch anarchische Formen des Humors einen Namen. Nun ist der Kabarettist, Entertainer und Autor im Alter von 83 Jahren in Erftstadt (Nordrhein-Westfalen) gestorben.

Herbert Feuerstein las aus seinen Reiseberichten.

Herbert Feuerstein studierte Musik, bevor es ihn in die USA zog

Feuerstein, geboren am 15. Juni 1937 in Zell am See in Österreich, studierte von 1956 bis 1958 in den Fächern Cembalo, Klavier und Komposition Musik am Salzburger Mozarteum. Ihm wurde nahegelegt die Hochschule zu verlassen, nachdem er als Kritiker eine Komposition des damaligen Präsidenten der Salzburger Festspiele, Bernhard Paumgartner, verrissen und auch Kommilitonen gegen sich aufgebracht hatte.

Im Jahr 1960 siedelte Herbert Feuerstein mit seiner Lebenspartnerin, der Hawaiianerin Pearl Higa, nach New York, im selben Jahr heirateten Feuerstein und Higa. Feuerstein fasste zunächst im Journalismus Fuß und wurde zunächst Redakteur und ab 1968 Chefredakteur der deutschsprachigen New Yorker Staats-Zeitung. Feuerstein, der außerdem als USA-Korrespondent des Satiremagazins Pardon und für den Hörfunk arbeitete, kehrte 1969 zurück nach Europa, nachdem seine erste Ehe gescheitert war.

Der Journalist Herbert Feuerstein: Korrespondent, Chefredakteur und Verlagsleiter

Schnell kam er als Verlagsleiter des Verlages Bärmeier & Nikel unter, der unter anderem Pardon verlegte, wodurch Herbert Feuerstein bereits in seiner Zeit in den USA Kontakt zum Verlag knüpfen konnte. Im Anschluss war er bis 1991 Chefredakteur der deutschen Ausgabe des MAD Magazins.

Herbert Feuersteins „Schmidteinander“ mit Harald Schmidt und Fernsehgeschichte

Seine Fernsehkarriere begann Herbert Feuerstein im Jahr 1984 zunächst als Autor. Ins Rampenlicht einer breiten Öffentlichkeit trat Feuerstein, als er an der Seite von Harald Schmidt durch die Spielshow „Pssst...“ führte und in Harald Schmidts Show „Schmidteinander“ als Co-Moderator und Chefautor weit mehr war als ein bloßer Sidekick.

Im Jahr 1997 schrieb Herbert Feuerstein deutsche Fernsehgeschichte, als er im WDR nicht weniger als zwölf Stunden am Stück „Feuersteins Nacht“ live moderierte. Ein Marathon, den er ein Jahr später wiederholte. Bevor Feuerstein 1998 sein Debüt am Theater gab, wirkte er noch als Stuntman Spartakus in der Wochenshow um Ingolf Lück mit. Außerdem lieh er der Sendung mit der Maus-Figur des Professor Brabbelback seine Stimme.

Die große Bühne: Herbert Feuerstein am Theater

Auf der Theaterbühne angekommen, gab Herbert Feuerstein in 75 Vorstellungen der Operette Die Fledermaus zwischen 2003 und 2008 an der Oper in Köln den Amtsdiener Frosch. 2007 spielte er außerdem in der Oper Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny den Gott. Seine letzte Theaterroller spielte Feuerstein zwischen 2009 und 2010 im Rahmen der Berliner Jedermann-Festspiele. Im Berliner Dom gab er den Teufel.

Auch in Spielfilmen tauchte Herbert Feuerstein gelegentlich auf, so zum Beispiel in der Romanverfilmung von Tommy Jauds Vollidiot an der Seite von Oliver Pocher oder als Synchronsprecher der deutschen Version des Animationsfilmes Die Unglaublichen. Neben seiner Karriere im Rampenlicht verfasste der künstlerische Alleskönner Feuerstein sieben Bücher, das letzte, Die neun Leben des Herrn F., erschien im Jahr 2014.

Herbert Feuerstein, der 1990 die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen hatte, starb im Alter von 83 Jahren und hinterlässt seine dritte Ehefrau, Grit Bergmann.

Rubriklistenbild: © Kögel

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