Polizei ermittelt

Tragischer Unfall im Kuhstall: Frau will beim Kalben helfen - und stirbt

Eine Kuh und ihr Kalb in einem Stall.
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«Waldkuh» Elli und ihr Kälbchen Talitha stehen am 02.01.2018 im Gnadenhof «Wilde Hilde» in Moringen (Niedersachsen) in einem Stall. Die Kuh war vor dem Schlachthof geflohen und hatte sich den ganzen Sommer über in einem Waldstück versteckt. Nun hat sie Kälbchen Talitha zur Welt gebracht. Foto: Swen Pförtner/dpa

Der Tritt einer kalbenden Kuh traf eine Frau in Hessen tödlich - für die Geburtshelferin kam jede Hilfe zu spät.

Knüllwald – Sie wollte helfen, jetzt ist sie tot: In einem Kuhstall in der hessischen 4600-Seelen-Gemeinde Knüllwald ereignete sich am vergangenen Wochenende ein tragischer Vorfall. Am Samstag trat eine kalbende Kuh während der Geburt ihres Kalbs so fest nach einer Frau, dass diese schwer verletzt ins Klinikum nach Bad Hersfeld eingeliefert werden musste. Dort erlag die 60-Jährige, die der Kuh eigentlich nur beim Kalben helfen wollte, ihren Verletzungen, wie das Polizeipräsidium Nordhessen mitteilt.

Die Frau war wohl alleine mit der Kuh im Stall, als das Unglück passierte. Das berichtet die Hessenschau. Demnach sei auch unklar, wie genau die Frau so schwer verletzt werden konnte. Auch ein Tierarzt sei nicht vor Ort gewesen. Familienangehörige hätten die Frau schließlich schwer verletzt im Kuhstall gefunden und den Notarzt alarmiert, heißt es.

Tragischer Unfall im Stall: Nicht der erste Todesfall nach einem Kuh-Tritt beim Kalben

Läuft bei der Geburt eines Kalbs alles ohne Komplikationen ab, kommen Jungtiere zuerst mit den Vorderbeinen und dem Kopf zur Welt. Weicht die Stellung aber ab, kann es zu Komplikationen kommen. Dann muss Geburtshilfe geleistet werden. Dazu werden Stricke um die Füße des Kälbchens, das bei seiner Geburt zwischen 30 und 50 Kilogramm wiegt, gebunden. Das Ziehen unterstützt die Kuh bei der Geburt. Manche Bauern verwenden dafür auch ein spezielles Gerät, mit dem eine einzelne Person bei der Geburt eines Kalbes helfen kann. Ungefährlich ist das nicht, wie nicht erst der Tod der 60-jährigen Frau am Samstag im hessischen Knüllwald beweist: 2015 starb in Thüringen ebenfalls eine Frau bei der Geburtshilfe eines Kalbs. Sie hatte mehr als 20 Jahre Stallerfahrung. Die Kriminalpolizei und das Amt für Arbeitsschutz ermittelten damals, der General-Anzeiger Bonn berichtete.

Tragische Vorfälle mit Tieren passieren immer wieder. Nicht selten kommt es zu Rechtsstreitigkeiten wie im Fall einer Münchner Rentnerin, deren Kater nach einem Tierklinik-Aufenthalt plötzlich eingeschläfert werden musste. Meist sind dabei nicht die Menschen die Leidtragenden, sondern die Tiere. Weil ein Mann 2019 seinen Hund an sein Auto gebunden und dann vergessen hatte, schleifte er ihn aus Versehen rund fünf Kilometer lang hinter seinem Fahrzeug her. Der Hund überlebte nicht.

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